Resilienz in der Stromversorgung

Daniel Jentsch, Doktorand am Reutlinger Energiezentrum (REZ), erklärt die Wasserstoff-Infrastruktur an der Hochschule.
Die Sonne scheint nicht, der Wind weht nicht: Ergo ist die Erzeugung von erneuerbarem Strom durch PV und Windkraftanlagen stark eingeschränkt, man spricht auch von den sogenannten Dunkelflauten. Um auch in diesen Zeiten die Stromversorgung sicherzustellen, muss der elektrische Strom anderweitig bereitgestellt oder erzeugt werden. Dies kann zum einen und eher kurzfristig durch Batteriespeicher erfolgen. Alternativ und für eher mittel- bis langfristige Zeiten ist die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) eine dafür geeignete Technologie. Durch den dezentralen Ansatz und die hohe Effizienz ist die Kraft-Wärme-Kopplung geradezu prädestiniert, vor Ort und damit im Quartier für eine gesicherte Stromversorgung zu sorgen, um u.a. die zunehmende Zahl von Wärmepumpen und Ladepunkten für die Elektromobilität auch in Zeiten der Dunkelflaute betreiben zu können.
Mit den Randbedingung, die zu diesem Zweck sowohl auf technischer als auch auf regulatorisch-gesetzlicher Seite geschafften werden müssen, hat sich der Arbeitskreis „Quartiers- und Objektversorgung“ des Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) in seiner zweitägigen Sitzung am 11. und 12. März an der Hochschule Reutlingen beschäftigt. Damit ist der B.KWK einer Einladung von Professor Dr.-Ing. Bernd Thomas gefolgt, der seit vielen Jahren zu diesem Thema forscht und in verschiedenen Gremien in diesem Bereich auch beim B.KWK vertreten ist.
„Es hat mich besonders gefreut, dass der Vize-Präsident sowie die Geschäftsführerin des B.KWK aus Lemgo und Berlin zu uns nach Reutlingen gekommen sind. Dies macht deutlich, welcher Stellenwert uns an der Hochschule beim Bereich der KWK beigemessen wird“, zeigt sich Professor Thomas sichtlich erfreut über die Resonanz des Treffens. Insgesamt haben 25 Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Firmen und Institutionen aus dem ganzen Bundesgebiet an dem Treffen teilgenommen. Während am ersten Tag die politische Diskussion angesichts der Änderung des Gebäudeenergiegesetzes (neu: Gebäudemodernisierungsgesetz) und der Novellierung des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes im Mittelpunkt standen, war das Highlight des zweiten Tages die Besichtigung der Wasserstoffinfrastruktur an der Hochschule. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten sich beeindruckt von den Möglichkeiten der Forschung aber auch der konkreten Entwicklung von Geräten und Methoden zum Thema Wasserstoff. Denn in einem Punkt waren sich alle einig: Wasserstoff wird eine wichtige Rolle bei der Sicherstellung einer resilienten Stromversorgung in Deutschland spielen.
Zur Person
Prof. Dr.-Ing. Bernd Thomas ist seit 1997 Professor an der Fakultät Technik der Hochschule Reutlingen und lehrt in den Studienprogrammen Maschinenbau sowie Dezentrale Energiesysteme und Energieeffizienz. Er ist Leiter des Reutlinger Energiezentrums (REZ) der Hochschule Reutlingen. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören neben der Kraft-Wärme-Kopplung auch Wärmespeicher und Wärmepumpen sowie deren intelligenter und am aktuellen Strombedarf und -angebot orientierter Betrieb.
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