Interaktive Simulation motiviert Führungskräfte zum Klimahandeln

Eine neue Studie der MIT Sloan School of Management zeigt: Interaktive Klimasimulationen können Führungskräfte dazu motivieren, aktiver beim Klimaschutz zu werden oder Veränderungen in ihren Regierungen, Unternehmen, Gemeinschaften voranzutreiben. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht der Klimapolitiksimulator En-ROADS. In moderierten Sitzungen konnten die teilnehmenden Führungskräfte aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft verschiedene Klimaschutzmaßnahmen ausprobieren und direkt sehen, wie sich diese auf Emissionen, Energiepreise oder Umweltfolgen auswirken.
Florian Kapmeier von der ESB Business School war als MIT Sloan-Forschungspartner an der Studie beteiligt. „Was aus unseren Ergebnissen besonders hervorstach, war die emotionale Wirkung", sagte Kapmeier. „Viele Führungskräfte verließen die Simulationen besser informiert, motivierter und auch hoffnungsvoller in Bezug auf das Problem."
Zu den zentralen Erkenntnissen gehört, dass interaktive Formate das Lernen deutlich im Vergleich zu herkömmlichen, passiven Informationsangeboten verbessern, emotionales Engagement fördern und Überforderung reduzieren. Zudem lernen Führungskräfte, zwischen populären, aber wenig effektiven Maßnahmen und tatsächlich wirkungsvollen Lösungen zu unterscheiden. Während häufig diskutierte Ansätze wie Aufforstung oder CO₂-freie Technologien wie Kernfusion oft überschätzt werden, zeigen die Simulationen, dass Maßnahmen wie CO₂-Bepreisung, Energieeffizienz und Elektrifizierung besonders große Effekte haben.
Mit En-ROADS können eine Vielzahl von Klimaschutzmaßnahmen und deren Auswirkungen auf Faktoren wie Luftverschmutzung, Dürre und Meeresspiegel testen. Der kostenlose Simulator ist online in 22 Sprachen verfügbar und wurde gemeinsam mit seinem Schwestermodel C-ROADS weltweit von fast 500.000 Menschen genutzt.
„Die Verantwortung, Emissionen zu reduzieren, liegt zunehmend bei Führungskräften aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik", betont Juliette Rooney-Varga, Leitautorin der Studie. „Doch Fehlinformationen, Greenwashing und weit verbreitete Missverständnisse über Klimaschutzlösungen stehen entschlossenem und effektivem Handeln oft im Weg."
Bei der Studie handelt sich um die erste groß angelegte Untersuchung zur Wirkung des En-ROADS-Klimasimulators auf Entscheidungsträger – darunter Regierungsmitglieder, Bürgermeister, Führungskräfte in Unternehmen und Mitarbeitende von Nonprofit-Organisationen. Die Ergebnisse wurden im März 2026 in einem Fachartikel, der in Zusammenarbeit von MIT Sloan School of Management, UMass Lowell, ESB Business School und Climate Interactive entstand, in der Fachzeitschrift npi Climate Action veröffentlicht.
Mehr dazu im Internet unter en-roads.climateinteractive.org






