04.08.2026

Doppelter Erfolg für die Hochschule Reutlingen

Weltmeistertitel bei der IFEC2026 und erfolgreicher Electronics & Drives Day sind Ausdruck der engen Verbindung von exzellenter Lehre, Forschung und Industrie.

Das aktuelle IFEC-Team von Mechatronik-Studenten gewinnt die IEEE International Future Energy Challenge 2026 und sichert sich Preisgeld.

Die Fakultät Technik der Hochschule Reutlingen blickt auf ereignisreiche Tage zurück: Nur wenige Tage nach dem erneuten Gesamtsieg des studentischen Teams PURE Power Electronics bei der IEEE International Future Energy Challenge 2026 kamen rund 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie und Hochschule zum sechsten Electronics & Drives Day zusammen. Die Veranstaltung machte deutlich, wie eng exzellente Lehre, Spitzenforschung und Industriepartnerschaften miteinander verbunden sind.

Im Mittelpunkt des Electronics & Drives Day standen aktuelle Entwicklungen der Antriebs-, Leistungs- und Mikroelektronik. Fachvorträge zu Energieeffizienz in der Antriebstechnik, innovativen Inverter-Technologien, modernen Leistungshalbleitern, dem Entwurf mikroelektronischer Schaltkreise sowie KI-gestützten Lötprozessen boten zahlreiche Impulse für den fachlichen Austausch. Auch Themen wie aktuelle Marktanalysen und der Innovationsstandort Deutschland wurden intensiv diskutiert. Die Gespräche zwischen Wissenschaft und Industrie setzten sich bis in die Pausen fort.

Ein besonderer Höhepunkt war der Rückblick auf den außergewöhnlichen Erfolg des studentischen Teams PURE Power Electronics. Nach dem ersten Gesamtsieg im Jahr 2023 gewann das Team auch 2026 die IEEE International Future Energy Challenge (IFEC) und sicherte sich beim Finale an der KU Leuven in Belgien den ersten Platz sowie ein Preisgeld von 10.000 US-Dollar

Die IFEC zählt zu den renommiertesten internationalen Wettbewerben der Leistungselektronik. Die Aufgabe bestand in diesem Jahr darin, einen bidirektionalen 1-kW-Onboard-Charger für Elektrofahrzeuge zu entwickeln, der höchste Anforderungen an Wirkungsgrad, Funktionalität und Design erfüllt. Bereits im Halbfinale auf der APEC-Konferenz in San Antonio (Texas, USA) überzeugte das Reutlinger Team aus Bachelor-Studierenden mit seinem Prototyp und qualifizierte sich für das Finale. Die Bilanz der vergangenen fünf Jahre spricht für sich: Das Reutlinger IFEC-Team stand jedes Jahr auf dem Siegerpodest und errang bereits zum zweiten Mal den Gesamtsieg. Rund ein Drittel der Absolventinnen und Absolventen setzt sein Studium anschließend im Masterstudiengang Leistungs- und Mikroelektronik (LEM) fort.

Betreut wurde das Team von Prof. Dr. Burkhard Ulrich, der den Erfolg als Ergebnis einer intensiven Teamleistung sieht: „Der erneute Gesamtsieg zeigt eindrucksvoll, dass unsere Studierenden auch im internationalen Wettbewerb auf höchstem Niveau bestehen können. Sie verbinden wissenschaftliches Know-how mit Kreativität, Teamgeist und großem persönlichem Engagement – genau diese Fähigkeiten machen sie zu gefragten Ingenieurinnen und Ingenieuren.“

Für Prof. Dr. Gernot Schullerus, Studiengangsleiter LEM und Leiter des Reutlinger Research Institute, hängt der Erfolg eng mit der Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Unternehmen zusammen: „Wir leben vom Austausch mit der Industrie – unsere Studierenden sind nur so gut wie unsere Industriepartner.“

Zur Bedeutung der Industrieunterstützung ergänzte er: „Ohne sie würden die IFEC-Teams nicht funktionieren. Im Vergleich zu anderen Teams haben wir aber relativ wenige Sponsoren. Über mehr Unterstützung würden wir uns natürlich freuen.“ Unterstützt wurde das Team 2026 unter anderem von AISLER, Infineon Technologies und der Würth Elektronik Group, die Leiterplatten und elektronische Komponenten für das Wettbewerbsprojekt bereitstellten.

Beim abschließenden Rundgang durch die LEM-Labore erhielten die Gäste Einblicke in das praxisorientierte Ausbildungskonzept der Hochschule. Im Studiengang Leistungs- und Mikroelektronik entwickeln die Studierenden innerhalb von drei Semestern einen Mikrochip vollständig selbst – von der Schaltungsentwicklung bis zur Produktionsreife.

Der Electronics & Drives Day verdeutlichte damit einmal mehr, wie eng Forschung, Lehre und Industrie an der Hochschule Reutlingen verzahnt sind. Internationale Erfolge wie der erneute IFEC-Sieg zeigen, dass diese Zusammenarbeit hervorragende Voraussetzungen für innovative Forschung und die Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte schafft.

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