22.01.2020 | Pressemitteilung , Textil & Design

Reutlinger Designtalente auf Fashion Week in Berlin

Modedesign-Absolventinnen der Fakultät Textil & Design nehmen erstmals an Neo.Fashion. im Rahmen der Berlin Fashion Week teil

Outfits aus der Kollektion Classique von Charlotte Maria Helm auf der NEO.Fashion. 2020 Fotos: KOWA-Berlin/Neo.Fashion.

von: Saskia Groß

Nach intensiven Vorbereitungen war es vergangene Woche soweit: In Berlin erlebten rund 2.000 Gäste der Neo.Fashion.2020 einen beeindruckenden Abend im Vienna House Andel’s Berlin. Das Event startete mit Rekordbeteiligung ins neue Jahrzehnt - denn zum ersten Mal brachte der Auftritt von insgesamt neun Schulen Modenachwuchs und Industrie zusammen.

Das einzigartige Veranstaltungsformat Neo.Fashion. mit den „Best Graduates’ Shows“ wurde 2017 als Plattform für den deutschen Designer-Nachwuchs geschaffen und stärkt seitdem die Rolle Berlins als Modehauptstadt. Dieses Jahr läutete sie zum Start der Fashion Week den Beginn des neuen Jahrzehnts fulminant ein: Die Veranstaltung gab einen Ausblick auf die Zukunft der Mode und stellte das kreative Potenzial, das Thema Nachhaltigkeit und insbesondere die Nachwuchsförderung in den Vordergrund – ein Event, gewidmet dem Leitgedanken „Fashion for Future“.

Eine der präsentierenden Hochschulen war erstmals die Hochschule Reutlingen mit ihrem Schwerpunkt Modedesign der Fakultät für Textil & Design. Sieben Nachwuchstalente der Hochschule begeisterten mit ihren Abschlusskollektionen, welche mit viel Kreativität, Enthusiasmus, Talent und Können eigens in den Laboren der Hochschule designt und realisiert wurden. „Unsere Premiere hier auf der Neo.Fashion. war ein großartiger Erfolg. Die Absolventinnen können stolz auf ihre Show und ihre Kollektionen sein“, erklärte Julia von Leliwa, Leiterin des Studienschwerpunkts Modedesign, im Anschluss an die Show in Berlin begeistert.

Das einzigartige Veranstaltungsformat Neo.Fashion ist das größte Graduate Fashion Event in Deutschland. Zum Auftakt der Berlin Fashion Week erlebten rund 2.000 Gäste – unter ihnen zahlreiche Vertreter aus Presse und Industrie – Modedesign in seiner Urform – vielfältig, innovativ, kreativ und spektakulär.

Neu war indes nicht nur der beeindruckende Umfang des Neo.Fashion. Events, sondern auch der vorangegangene „PolitFashion“- Neujahrsempfang, zu dem der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie ins Vienna House Andel´s Berlin geladen hatte. Hier trafen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Industrie vor den Shows, um sich über das Potenzial des kreativen Nachwuchses und die textilen Trends Innovation, Technologie und Nachhaltigkeit auszutauschen.

Bei den gezeigten Kollektionen der Jungdesignerinnen und Designer war ein deutlicher Trend erkennbar. Die Absolventinnen und Absolventen beschäftigten sich mit gesellschaftlich relevanten Themen, wie Geschlechterrollen, Diversität, Digitalisierung sowie Umweltschutz und zeigen sich als Zukunfstgestalterinnen und Zukunftsgestalter. Mit ihren Entwürfen leisteten sie ihren Beitrag zur Gestaltung einer nachhaltigen und innovativen Zukunft – nicht nur in der Modebranche – und bestätigen damit das Neo.Fashion.-Motto #fashionforfuture.

Die Fakultät Textil und Design gratuliert zum starken Auftritt aller Absolventinnen im Rahmen der Berlin Fashion Week!

Die Kollektionen und Absolventinnen im Überblick:

  • Für die Abschlusskollektion BE WATER war der Jungdesignerin Charlotte Schwarzer die visuelle Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und politischen Themen wichtig. Ohne zu werten analysiert sie zeitgeschichtliche Situationen und ihre Erscheinungsbilder, um sie dann in die Sprache der Mode zu überführen. "Sei es in Material, Form oder Symbolik – all meine Arbeiten speisen sich aus einer Aufmerksamkeit für Kontraste. In meiner Bachelor-Kollektion nehme ich die Ästhetiken der Proteste in Hong Kong 2019 auf und polarisiere Schutz und Transparenz durch Abschirmung und Offenlegung dessen, was nicht gezeigt werden möchte. Kontrolle, Überwachung und Identität sind die zentralen Schlagwörter meiner Kollektion mit ihrem radikalen, düster-futuristischen Charakter."
  • Das Reutlinger Duo Annika Klaas und Madeleine Mesam verzaubern mit ihrer Master-Kollektion A BIGGER COLOR. Nach Ihrem Auftritt auf der Fashion Week in Paris 2019 begeisterten die beiden auch dieses Mal mit kräftigen Farben und organischen Formen. Es wurde gestrickt, bedruckt, gestickt, geformt und genäht. Dabei zelebriert das Duo das Alltägliche und Unbeachtete und stellt es übergroß und in unterschiedlichen Materialien und Techniken mit starken Kontrasten dar.
  • Naomé Nazire Tahmaz greift in der Materialherstellung durch Strickverfahren zufällig Entstandenes und Fehler auf. Sie bezieht die analoge Fotografie in ihre Gestaltungsprozesse mit ein und belichtet für ihre Kollektion CANVAS 35mm-Fotografien von alten- auf die neuen Textilien. Dafür beschichtet sie die Stoffe mit einer Foto-Emulsion, auf die in der Dunkelkammer Schwarz-Weiß-Aufnahmen ausbelichtet werden. "In den verschiedenen Ebenen der Inspirationen wie der Materialherstellung oszilliert die Kollektion zwischen dem Verhüllen und Enthüllen, dem Verstecken und Entblößen.“
  • Charlotte Maria Helm bringt mit ihrer Bachelor-Kollektion die an der Hochschule erworbenen Fähigkeiten auf den Punkt. In präzisen Schnittkonstruktionen entwickelt sie klassisch-elegante Outfits, die durch eine spielerische Mischung von gesellschaftlich empfundenen maskulinen und femininen Elementen von Männern und Frauen getragen werden können. Und auch Sanas Ebrahimi-Kajlar erarbeitet sich an der Hochschule die experimentelle Schnitt- und Textilentwicklung in Verbindung mit hochwertiger Verarbeitung. Dabei interessieren sie Prozesse, die sich zwischen Unberechenbarkeit und handwerklicher Präzision bewegen und aus welchen sich neue visuelle Ästhetiken generieren lassen.
  • Die Inspiration für die Kollektion ODE TO ODD hat Meri Mamaladze schon fast mit in die Wiege gelegt bekommen. So traf sie schon als kleines Kind im Atelier ihrer Oma auf Kund*innen die nichts von sich offenbarten. Über die Kleidung wusste sie alles, über die Kund*innen nichts. Ausgehend von bizarren und seltsamen menschlichen Eigenheiten, in denen wir manchmal gefangen sind, entwirft sie opulent-exzentrische Outfits, die die Bewegungsfreiheit einschränken. Damit setzt sie Unsicherheit, Angst und Unberechenbarkeit als sinnlichen Albtraum in Szene.

Die Kollektionen der Reutlinger Absolventinnen, sowie eine eigens erstellte Videodokumentation wird im Rahmen der Ausstellung und Vernissage „wie sehen die denn aus“ ab dem 12. Februar im Reutlinger Kunstverein zu sehen sein.

Interessanter Überblick der Presse über die Reutlinger Kollektionen.