04.11.2019 | Angewandte Chemie , Pressemitteilung

Fortschritte in der Biotechnologie für eine nachhaltige Produktion

Chinesisch-Deutscher Workshop an der Hochschule Reutlingen

Foto: Hochschule Reutlingen

von: Maren Haldenwang

Am 28. und 29. Oktober fand an der Hochschule Reutlingen ein Chinesisch-Deutscher Workshop für Biotechnologie statt. Der Workshop wurde von der Knowledge Foundation @ Reutlingen University unter der Leitung und aktiven Beteiligung der Fakultät Angewandte Chemie, des Instituts für Technische Biologie KIT, des Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Instituts (NMI) Reutlingen und mit Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württembergs organisiert.  

Seit vielen Jahren gibt es bereits die Partnerschaft zwischen dem Land Baden-Württemberg und der Provinz Jiangsu in Ostchina. Der Workshop, der nun zum sechsten Mal stattfand und somit schon eine Tradition hat, soll die Kooperation von China und Deutschland noch weiter voranbringen. Das jährliche Treffen diente dem wissenschaftlichen Austausch zwischen den renommierten chinesischen und deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu den aktuellen Themen in der Biotechnologie. Konkret ging es um die Entwicklung neuer Strategien, um die Biotechnologie in beiden Ländern zu stärken.

Von Prof. Dr. Rumen Krastev, Dekan der Fakultät Angewandte Chemie, wurden die Gäste aus China und Deutschland herzlich an der Hochschule Reutlingen in Empfang genommen. Am Workshop nahmen Forscherinnen und Forscher der Nanjing Tech University sowie verschiedener Universitäten und Unternehmen aus Deutschland teil.

Der Workshop brachte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Biologie, Chemie und Physik zusammen, die die wichtigsten Ergebnisse ihrer Studien aus den letzten Jahren diskutierten. Hauptthema in diesem Jahr war die Forschung an der Grenze zwischen Materialien und biologischen Prozessen. Eine weitere Frage war der Einfluss der Biotechnologie auf gegenwärtige Umweltthemen.

Um zelluläre Energie zu erzeugen, nutzen C1-gasfermentierende Mikroorganismen naturproduzierte Gase inklusive CO2 als einzige Kohlenstoffquelle. Biotenside werden für klassische und neue Anwendungen in verschiedenen Reinigungs-, Hygiene- und Kosmetik-produkten eingesetzt. Biologisch hergestellte Biomaterialien sind für die heutige Medizin als Komponenten für neue Medizinprodukte mit sehr spezifischen Funktionalitäten wichtig.

Die Vorträge der Forschenden zeigten den Stand der Forschung im Bereich der Biotechnologie beider Länder auf und legten dar, wie sehr sich die Problemstellungen ähneln. Deutlich wurde auch, dass China in der industriellen Biotechnologie eine große Rolle spielt. „Für die Umwelt stellt die Herstellung aber eine große Herausforderung dar“, betonte Prof. Dr. Min Jiang von der Nanjing Tech University.

Für eine nachhaltige Produktion ist die Biotechnologie wesentlich, weil dadurch wichtige umweltrelevante Ziele wie die Senkung des Energieverbrauchs bei gleichzeitiger Schonung von natürlichen Quellen erreicht werden können.

Der chinesisch-deutsche Workshop war wieder ein voller Erfolg und sichtbar wurden auch neue Lösungsansätze für die aktuelle Umweltproblematik durch Möglichkeiten in der Biotechnologie.

An den Workshop schließt sich ab dem 30. Oktober bis zum 12. November 2019 eine neu organisierte Schule für Studierende und Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus China an. Die Schule enthält Vorlesungen, Tutorials und praktische Experimente zum Thema „Neue Materialien und Oberflächenmodifikationen“. Diese können zur Steuerung der biotechnologischen Prozesse eingesetzt werden.