06.02.2019 | , Textil & Design , Pressemitteilung

Die Zukunft der Mobilität

Werkschau Transportation Interior Design begeistert Besucher

Im Gespräch zum Thema „Mobilität und Zukunft – wie autonomes Fahren und e-Mobility das zukünftige Fahrerlebnis verändern“: geladene Experten mit Prof. Michael Goretzky und Prof. Andrea Lipp-Allrutz von der Hochschule Reutlingen. Von links nach rechts: Olaf Preißner (Luxoft), Dr. Christoph Gahn (Bosch Car Multimedia), Prof. Michael Goretzky, Prof. Andrea Lipp-Allrutz (beide Hochschule Reutlingen), Prof. Dr. Stefan Reindl (IFA), Dr. Anja Carolin Hofmann, ¬Gregor Kröner (Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG) Foto: Hochschule Reutlingen

Saskia Groß

Absolventen und Studierende des Studiengangs Transportation Interior Design der Hochschule Reutlingen präsentierten am vergangenen Wochenende innovative Projekt- und Abschlussarbeiten und gaben visionäre Einblicke in ihre Vorstellung des autonomen Fahrens der Zukunft. Eine hochkarätig besetzte Expertenrunde zum Thema „Mobilität und Zukunft – wie autonomes Fahren und e-Mobility das zukünftige Fahrerlebnis verändern“ rundete die Veranstaltung ab.

Wie wird sich Mobilität verändern? Wie schnell können wir mit selbstfahrenden Fahrzeugen rechnen? Welche Rolle wird das Thema Nachhaltigkeit in Zukunft spielen und wie werden Fahrzeuginnenräume aussehen? Fragestellungen, die heute mehr denn je auch auf gesellschaftlicher Ebene an Relevanz gewinnen. Im Rahmen des Kooperationsprojektes „Morphing Interior“ mit der Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG sowie der Hochschule der Medien Stuttgart setzten sich Studierende der Hochschule Reutlingen mit diesen Fragen auseinander.

Flexibel, smart, emotional und intelligent – entstanden sind innovative Konzept- und Designideen für das autonome Fahrzeug von morgen. Vergangenen Freitag und Samstag präsentierten die Studierenden ihre faszinierenden und zukunftsweisenden Arbeiten in der MINI Area des Autohauses Menton erstmals der Öffentlichkeit.

„EMMA“ ist das Konzept der Studierenden Diana Kottler und Artur Jarzebski. Getreu dem Motto „think global – act local“ haben sie in ihrer Vision ein autonomes „hop on – hop off“-Konzept für den ländlichen Raum geschaffen. Durch intelligente Vernetzung kann das Fahrzeug flexibel und effektiv auf die wechselnden Bedürfnisse der Nutzer bezüglich Fahrstrecken und -zeitpunkten reagieren. Während hauptsächlich tagsüber bis zu sechs Personen über weite Strecken, etwa die Schwäbischen Alb, transportiert werden können, wird „EMMA“ auch für den lokalen Gütertransport von Erzeugnissen heimischer Landwirtschaftsbetriebe genutzt. Auch interessant: eine integrierte Running-Sushi Röhre, die die Passagiere während der Fahrt mit Essen versorgt.

Erstmals waren auch Ergebnisse einer Kooperation mit der HAW Hamburg zu sehen. Während ihres ersten Semesters arbeiteten Studierende aus Reutlingen an Designentwürfen für ein Fahrzeug, dass auf von Hamburger Studierenden entwickelten Fahrzeugpackages, das heißt den konstruktionsseitigen, technischen Anforderungen des zu gestaltenden Fahrzeuges, basiert. Die Ergebnisse werden auch in Hamburg ausgestellt.

Im Rahmen der Ausstellungseröffnung hatte der Studiengang Transportation Interior Design (TID) am Freitag zur spannenden und hochkarätig besetzen Expertenrunde eingeladen. Renommierte Experten sprachen zum Thema „Mobilität und Zukunft – wie autonomes Fahren und e-Mobility das zukünftige Fahrerlebnis verändern“ und gaben spannende Einblicke in das Zukunftsthema autonome Mobilität. Wie kann Mobilität in Zeiten von Mega-Cities funktionieren? Wann wird das Level vier oder fünf des autonomen Fahrens erreicht sein und welche Auswirkungen hat das auf das Interieurdesign der Fahrzeuge? Prof. Michael Goretzky, Dekan der Fakultät Textil & Design, und Prof. Andrea Lipp-Allrutz, Studiendekanin TID, moderierten die Expertenrunde und diskutierten über die Herausforderungen der Mobilität der Zukunft. Olaf Preißner, Head of User Experience bei Luxoft, führte beispielsweise mit Blick auf die Zukunft aus, dass die Vielfalt der Interaktion im Fahrzeug extrem zunehmen wird, und Nutzer in den Fahrzeugen eher Virtual Reality, intuitiv bedient über Bewegung oder Stimme, als eine weiterhin zunehmende Anzahl von Displays erwarten wird. Gregor Kröner, Leiter der Vorentwicklung bei der Brose Fahrzeugteile GmbH & Co.KG, sieht als Herausforderung für die zukünftige Mobilität aus mechanischer Sicht, die verschiedenen beteiligten Disziplinen zueinander zu bringen und dabei den Raum gleichzeitig maximal nutzbar gestalten zu können. Aus Sicht des Designs sieht Dr. Anja Carolin Hofmann, Expertin Interieurdesign autonomer Fahrzeuge, Einschränkungen wie Nachhaltigkeit, Platz und unterschiedliche Nutzer als Herausforderung und plädiert dafür diese nicht als Einschränkungen zu begreifen, sondern mit viel Kreativität Neues zu entwickeln und so ein neues Lebensgefühl zu schaffen. Der Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA), Prof. Dr. Stefan Reindl, wünscht sich für zukünftige Mobilität kein punktuelles Ansetzen, sondern vielmehr ein systemisches Denken. Sein Expertenkollege Dr. Christoph Gahn, Vice President Entwicklung Optik und HMI bei Bosch Car Multimedia, führt aus, dass es neben der technischen Herausforderung wichtig sein wird, noch viel weiter zu denken. Wie können beispielsweise Kinder in autonomen Shuttles der Zukunft sicher transportiert werden und wie wird gewährleistet, dass Shuttles genau dort zur Verfügung stehen, wo sie gebraucht werden?

Lipp-Allrutz zeigte sich im Anschluss an die Expertenrunde stolz: „Die Arbeiten der Studierenden haben auch dieses Jahr wieder eine außergewöhnlich hohe Qualität, wir sind stolz darauf und freuen uns auch sehr, dass die Experten bereit waren Einblicke in die Zukunft der Mobilität aus ihrer Sicht zu geben.“