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Tandembörse

Sprachtandems sind eine etwas andere - aber effiziente - Form des Spracherwerbs. Dabei haben Sie die Möglichkeit, eine Fremdsprache Ihrer Wahl mit einem Partner zu lernen. In einem Sprachtandem treffen sich zwei Personen mit verschiedenen Muttersprachen, um von- und miteinander die jeweils andere Sprache zu lernen. Zum Beispiel: eine Französin, die Deutsch lernen möchte, trifft eine Deutsche, die Französisch lernen möchte. So lernt man die Sprache durch Anwendung, im Gespräch mit dem Tandempartner.

Wer kann mitmachen?

Alle Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden der Hochschule, die eine neue Fremdsprache lernen oder ihre vorhandenen Kenntnisse auffrischen möchten, können am Tandem-Programm teilnehmen.

Wichtige Hinweise und Tipps

Tandemprinzipien
Grundsätzlich gibt es keine zwingenden Regeln im Sprachtandem, aber 2 Prinzipien, die man beachten sollte:

  1. Gegenseitigkeitsprinzip:
    Sprachtandems beruhen auf Gegenseitigkeit. Beide Partner sollten im gleichen Maß von der Tandemarbeit profitieren können. Achten Sie also darauf, dass beide Tandempartner ungefähr gleich viel Sprechzeit haben.
  2. Lernerautonomieprinzip:
    Jeder Tandempartner ist selbst für seine Lernfortschritte verantwortlich. Machen Sie sich selbst und Ihrem Partner klar, warum Sie die andere Sprache lernen wollen und was genau Sie lernen oder üben wollen. Ein Partner möchte lernen, Spanisch im Urlaub sprechen zu können, der andere benötigt Hilfe bei einer deutschen Hausaufgabe, bei Bewerbungen oder bei der Vorbereitung auf eine Sprachprüfung.
    Bedenken Sie aber: Tandempartner sind zwar Muttersprachler – aber keine ausgebildeten Sprachlehrer! Sie kennen die Regeln ihrer eigenen Sprache nicht unbedingt. Verlangen Sie also nicht zu viel von Ihrem Tandempartner.

Tipps und Ideen für Tandempartner: Legen Sie mit Ihrem Tandempartner Regeln für Ihr Tandem fest:

Wo, wann und wie lange?
Wie viel Zeit wollen und können Sie investieren? Sprechen Sie sich mit Ihrem Tandempartner ab, wie oft, wie lange und wann Sie sich treffen. Erfahrungsgemäß ist es am besten, sich regelmäßig zu treffen – vor allem am Anfang. Ideal ist ein fester Termin pro Woche (ca. zwei Stunden). Halten Sie die Termine möglichst ein. Wenn Sie keine Zeit haben, informieren Sie Ihren Partner rechtzeitig.

  • Wichtig ist, für jede Sprache ungefähr gleich viel Zeit einzuplanen (z.B. jeweils 45 Minuten pro Sprache).
  • Für die ersten Treffen eignet sich ein neutraler Ort (Mensa, Café, Sitzecke etc.), an dem Sie sich ungestört unterhalten können.
  • Bereiten Sie sich auf die Treffen vor. Sie können Bücher, Zeitschriften, Musik, eine Bewerbung oder eine Aufgabe aus dem Studium zum Treffen mitbringen.
  • Für welchen Zeitraum suchen Sie einen Tandempartner? (Übrigens: Sprachtandems können auch über E-Mail, Skype o.ä. fortgeführt werden.)

Was?
Welche Erwartungen haben Sie an das Tandem? Sprechen Sie mit Ihrem Tandempartner über Ihre Wünsche und Lernziele. Überlegen Sie sich:

  • Mit welchem Ziel möchten Sie Ihre Fremdsprachenkenntnisse verbessern? (Studium, Reisen, Beruf...)
  • Welche sprachlichen Fähigkeiten möchten Sie besonders üben? (in der Fremdsprache sprechen, Texte lesen und verstehen, den Wortschatz erweitern, die andere Kultur besser kennenlernen ..)
  • Wie lernen Sie am besten? (durch Sprechen, Hören, Sehen ...)
    Welche Themenbereiche interessieren Sie?
    Bei welchen Aufgaben soll der Tandempartner helfen? (Referat, Bewerbung ...)
  • Wie möchten Sie korrigiert werden?

Themenvorschläge und Aufgaben zum Tandem (in mehreren Sprachen) finden Sie unter folgenden Links:

Sie können auch gemeinsam etwas unternehmen, zum Beispiel:

  • ins Kino, Theater oder Konzert gehen
  • Sport treiben (Joggen, Schwimmen, Rad fahren,…)
  • einen Ausflug machen (nach Stuttgart, München, usw.)
  • ins Restaurant oder in die Kneipe gehen

Was, wenn ich keinen Tandempartner gefunden habe?

Tandeminteressenten, die keine Tandempartnerin oder keinen Tandempartner gefunden haben, können sich auch auf der Online-Tandembörse The Mixxer – Language Exchange for Everyone registrieren.

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zum Tandemprogramm haben, senden Sie uns eine Mail an: Tandem@dont-want-spam.Reutlingen-University.de.

Anmeldung

  • Wenn Sie einen Tandempartner möchten, füllen Sie das Online-Anmeldeformular aus.
  • Wenn wir einen Tandempartner für Sie gefunden haben, melden wir uns bei Ihnen. Wir bemühen uns, alle Interessenten schnellstmöglich zu vermitteln, können aber nicht garantieren, dass wir einen Partner für Sie finden.
  • Wenn Sie Fragen zum Tandem-Programm haben, können Sie uns gerne eine E-Mail senden.
  • Hier geht's zur ANMELDUNG

Gesuchte Tandempartner

Stand: Mai 2021

Im Sommersemester 2021 konnten wir bereits 31 Tandempaare vermitteln. In der folgenden Übersicht finden Sie aktuell gesuchte Tandemkombinationen.

Deutsch sucht Fremdsprache
SucheAnzahl
Englisch7
Französisch9
Italienisch1
Japanisch4
Koreanisch9
Kroatisch1
Niederländisch1
Norwegisch1
Russisch2
Schwedisch2
Spanisch19

 

 

Fremdsprache sucht Deutsch
SpracheAnzahl
Arabisch4
Chinesisch2
Persisch2
Thailändisch1
Tschechisch1
Türkisch1
Urdu1

 

Fremdsprache sucht Fremdsprache
Biete SpracheSuche SpracheAnzahl
ArabischEnglisch1
ArabischNiederländisch1
ArabischSpanisch oder Französisch2
ChinesischEnglisch3
ChinesischKoreanisch1
ItalienischSpanisch 1
PolnischRussisch1
PolnischSpanisch2
TürkischEnglisch1
TürkischKoreanisch1
UngarischFranzösisch1
VietnamesischEnglisch oder Spanisch1
RussischEnglisch1

Erfahrungsberichte

"你好! Ich heiße Annika Klemz und studiere IFR an der Hochschule Reutlingen.
Bereits in meinem ersten Semester an der Hochschule Reutlingen wusste ich, dass sich meine Interessen stark auf Asien fokussieren."... (weiterlesen)

你好! Ich heiße Annika Klemz und studiere IFR an der Hochschule Reutlingen.

Bereits in meinem ersten Semester an der Hochschule Reutlingen wusste ich, dass sich meine Interessen stark auf Asien fokussieren. Durch Austauscherfahrungen in der Vergangenheit wollte ich unbedingt die chinesische Sprache erlernen, was im ersten Moment ziemlich unmöglich schien. Das Tandemprogramm des IfF war in diesem Moment die perfekte Lösung für mich. Innerhalb kürzester Zeit wurde ich vermittelt und Yilan nahm Kontakt zu mir auf.

Wir verabredeten uns zu wöchentlichen Treffen in der Bibliothek und im Wohnheim. Jeder bereitete kleine Aufgaben für den jeweils anderen vor und half bei Fragen zu anderen Themen. Zeitgleich zum Tandem besuchte ich an der Hochschule aufbauende Chinesisch-Kurse, an denen ich gut meine Weiterentwicklung in der chinesischen Sprache messen konnte. Drei Semester lang trafen Yilan und ich uns zum gemeinsamen Kochen, Essen gehen und Lernen. Wir tauschten nicht nur unsere Sprachen miteinander aus, sondern ebenso unsere Kulturen, Besonderheiten der Heimatländer und vertieften uns in Gespräche über unsere Hobbies und Familien. Die eine oder andere Eigenheit brachte uns dabei wiederholt zum Schmunzeln, zeigte uns aber auch, wie verschieden und ähnlich wir zur selben Zeit sein konnten.

Im vierten Semester habe ich schließlich mein Auslandssemester begonnen, weshalb wir uns nicht mehr persönlich treffen konnten. Jedoch hat uns dies keineswegs aufgehalten. Unsere Gespräche haben sich auf WhatsApp fortgesetzt, dabei bauen wir kleine Lerneinheiten ein und berichten uns, was es Neues in unserem Leben gibt.

Für mich war das Tandemprogramm ein wahrer Gewinn. Ich konnte nicht nur eine Sprache lernen, die zuvor wie eine riesige Herausforderung schien, sondern auch eine wahre Freundin gewinnen. Ich hoffe, dass Yilan und ich uns bald wieder persönlich treffen können und vielleicht klappt es sogar mit einer gemeinsamen Reise nach China. 再见!

Hallo, ich bin Yilan Wang und studiere Angewandte Chemie! Im Jahr 2019, während meiner ersten Monate in Deutschland, um mein Deutsch zu verbessern und mich in das deutsche Leben zu integrieren, suchte ich über das IfF meiner Hochschule nach einem Tandem.

Ich erinnere mich an das erste Treffen mit Annika in der Küche des Studentenwohnheims, wo wir uns mit einem anderen Tandem-Paar trafen, um gemeinsam Chinesisch zu kochen. Während des Beisammenseins lernten wir gegenseitig einfache chinesische und deutsche Vokabeln zum Thema Essen. Annika und ich einigten uns darauf, einmal in der Woche in der Bibliothek zu lernen, um die Arbeit des anderen im Sprachunterricht zu korrigieren und das Sprechen zu verbessern. Während der wöchentlichen Studiensitzungen haben wir viele Lernaufgaben gemeinsam erledigt. Zum Beispiel habe ich Annika geholfen, ihre Pinyin-Übungen im Chinesisch-Unterricht zu korrigieren und ihr die Bedeutung und Verwendung verschiedener grammatischer Formen im Chinesischen erklärt. Annika hat mir geholfen, meinen Ausdruck zu überarbeiten und mir die richtige Art und Weise gezeigt, wie man Phrasen verwendet. Während der Sprechübungen tauschten wir aus, warum wir im Land des anderen studieren wollten.

Später trafen wir uns auch, um Chinesisch essen zu gehen. Wir erfuhren etwas über die Hobbys der anderen, Lieblingsfilme und -bücher und konnten bereits unsere Meinungen über die Kultur des anderen austauschen und uns über gängige Missverständnisse unserer Länder aufklären.

Ich kann sagen, dass ich seit mehr als einem Jahr durch das Studium und die Kommunikation mit Annika meine Fähigkeit, mich auf Deutsch auszudrücken, verbessert und ein tieferes Verständnis für das Leben und die Gedanken der deutschen Muttersprachler gewonnen habe. Gleichzeitig lernte ich auch mein Heimatland noch einmal aus einer anderen Perspektive kennen und erfuhr, wie die chinesische Kultur für andere aussieht. Ich denke, das Tandem-Programm war sehr sinnvoll, um meinen Horizont zu erweitern, meine Einblicke in andere Kulturen zu vertiefen und meine sprachlichen und interkulturellen Fähigkeiten zu verbessern.

"My name is Sebastian Tritsch, I study Textile Engineering at Reutlingen University and the Tandem program gave me the chance to improve my Japanese language skills.".... (weiterlesen)

(My name is Sebastian Tritsch, I study Textile Engineering at Reutlingen University and the Tandem program gave me the chance to improve my Japanese language skills. My interest in the Japanese language and culture began in my childhood while playing Pokémon and watching Anime. Therefore, getting to know Kohei, my tandem partner, was a huge opportunity for me to polish my skills and take a big step towards my desired stay in Japan. My tandem partner, Kohei, and I soon realized that we had a lot of common interests and themes we would like to talk about. Out of this we decided to talk about various topics in a very personal way. We were able to see and understand each other’s views and opinions which were often influenced by our origin and nationality. For the Japanese teaching lessons, we came up with a 2-unit-model: Grammar and Culture. Step by step I learned how to construct difficult sentences, learned new words and very interesting features of the Japanese country and culture. For example, the Hanami-Festival in spring when the Japanese people celebrate the start of the cherry blossom season.

Meeting each other two times a week allowed me to get to know more than just a teacher of Japanese language and culture, but a friend that I’m really looking forward to meeting again here in Germany or maybe Japan! I’m very grateful for this amazing opportunity and recommend the tandem program to everyone who likes to support intercultural exchange in our globalized world.)

 

I‘m Kohei Mizuno and I‘m from Japan. My native language is Japanese.

Since January, I am in Reutlingen. When I came here, I could not even have a casual conversation with someone confidently, which resulted in being shy and reluctant. I think applying to tandem learning was one of the best decisions I could make. I am still far from speaking English fluently, but I feel I am getting better step by step thanks to my tandem partner, Sebastian. During speaking sessions for example, we did short discussions of various topics such as the cultural differences between Japan and Germany, or many casual things like hobbies, favorite sports, and so on. Additionally, helping his Japanese learning was quite useful for myself as well. It was a great opportunity to find appropriate English words or sentences to explain meanings and feelings in Japanese. At the same time, I could learn more about communication skills through these activities. As a result, I could improve English skills effectively and learn more than just a language. I am sure that tandem learning is a program I would absolutely recommend.

Tandemprogramm

„Ich bin Lorita Jacobs und komme aus Südafrika. Meine Muttersprachen sind Afrikaans und Englisch. Seit März bin ich in Reutlingen. Am Anfang konnte ich nur: „Bitte, zwei Kaffee“, sagen ;-)".... (weiterlesen)

„Ich bin Lorita Jacobs und komme aus Südafrika. Meine Muttersprachen sind Afrikaans und Englisch. Seit März bin ich in Reutlingen. Am Anfang konnte ich nur: „Bitte, zwei Kaffee“, sagen ;-) Jetzt bin ich noch immer Anfängerin, aber ich kann besser sprechen und verstehe fast alles. Dieser Fortschritt ist auch meinem Tandem mit Martina zu verdanken. Ich finde die Gespräche mit ihr sehr interessant. Wir reden abwechselnd Deutsch und Englisch, z.B. über deutsche oder südafrikanische Politik, Schulsysteme, Feiertage, Geschichte, Sprichwörter und Familien. Wenn das Wetter gut ist, gehen wir spazieren.
Einmal hat es geschneit. Ich kenne Schnee nicht und war fasziniert. Bei jedem Schritt habe ich auf Afrikaans gesagt: „Knirsknars, knirs-knars“, und so habe ich gelernt, dass man auf Deutsch sagt, dass der Schnee knirscht. Für mich ist das Tandemlernen toll. Es geht dabei nicht nur um die Sprache, sondern auch um die Kultur und die Personen. Ich kann mich an viele Dinge beim Tandem besser erinnern als an den Stoff einer Vorlesung. Tandem ist in meinen Augen ein supertolles Programm!”

“My name is Martina Traub-Kaiser, I work at the ESB Business School. The Tandem
program gives me the chance to practice my oral English. My tandem partner, Lorita and I soon realised that we had a lot of common interests and themes. We normally meet once a week. Sometimes it is a bit difficult to find a date. During our meetings we usually change the language several times. Sometimes even Afrikaans helps to explain words (so I’ve also learnt a little bit Afrikaans). And once Lorita read a German poem to me to practice her pronunciation.
We talk about similarities and differences in our native countries. I’ve learnt a lot about South-African history and traditions. Now I know that the 16th of December is an important public holiday in South-Africa: Reconciliation Day or Braaidag, the day everybody forgives the others. The time with Lorita was a great experience for me. I have become acquainted with an interesting young woman from South-Africa. Furthermore I have learnt a lot about her country and practiced English and I did things, which I would have never done without her: for example going for a walk during a normal week in the afternoon. At the end of February, Lorita will go back and I will miss our meetings. Bye, bye Lorita, I hope to see you again in South-Africa.”

Foto im Header: © Thomas Leitermann; Fotos im Text: © Hochschule Reutlingen

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