Aufbruch in die Zukunft: Hochschule Reutlingen feiert ihre Absolvierenden

Am vergangenen Freitag, den 27. März, stand an der Hochschule Reutlingen alles im Zeichen von „It’s a celebration“: Die Absolvierenden aller Fakultäten wurden in einem festlichen Rahmen auf dem Campus gemeinsam gefeiert und verabschiedet. Im Wintersemester 2025/26 absolvierten rund 550 Studierende ihr Studium an der Hochschule Reutlingen.
In ihrer Ansprache gratulierte Professorin Dr. Sabine Löbbe, Präsidentin der Hochschule Reutlingen, den Absolventinnen und Absolventen und betonte: „Noch nie war globale Zusammenarbeit so selbstverständlich. Noch nie hatten junge Menschen so viele Werkzeuge in der Hand, um aktiv zu gestalten. Fortschritt entsteht nicht von alleine. Es entsteht durch Menschen, die Verantwortung übernehmen. Durch Menschen, die nicht nur Probleme sehen, sondern Lösungen suchen. Durch Menschen wie Sie.“ Sie ermutigte die Absolvierenden, neugierig zu bleiben, offen für neue Ideen und Perspektiven zu sein und ihre Zukunft aktiv zu gestalten.
Auch Dr. Ulrich Fiedler, Landrat des Landkreises Reutlingen, bestärkte die Absolventinnen und Absolventen darin, Chancen zu nutzen, sich vor Ort zu engagieren und die Gesellschaft aktiv mitzugestalten.
Katharina Hartl, CFO und Arbeitsdirektorin im Bereichsvorstand Bosch Power Tools sowie Mitglied im Hochschulrat, hielt die Keynote der Graduierungsfeier und gab den Absolvierenden einen persönlichen Einblick in ihren Werdegang sowie sieben Gedanken für ihren Start ins Berufsleben mit. Dabei stellte sie insbesondere die Bedeutung von Netzwerken in den Mittelpunkt und betonte den Wert von Austausch und gegenseitigem Lernen: „Gemeinsam ist man nicht nur stärker, sondern auch klüger.“
Im Rahmen des Festaktes wurden die Semesterbesten für ihre herausragenden akademischen Leistungen ausgezeichnet. Darüber hinaus wurde die beste Bachelor- und Masterthesis mit dem Otto-Johannsen-Preis geehrt.
Musikalisch begleitet wurde die Graduierungsfeier von Marina Ratschinska (Violine) und Nevena Bugarski (Flügel), die der Veranstaltung einen feierlichen Rahmen verliehen. Einen besonderen Programmpunkt bot der Poetry Slam von Louisa Bahl, die das Publikum mit ihrem Blick auf das „Ländle der Patente und Talente“ begeisterte.
Im Anschluss an die gemeinsame Graduierungsfeier ging es mit den Feierlichkeiten in den jeweiligen Fakultäten weiter. Für 160 frischgebackene Alumni der ESB Business School, der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Hochschule Reutlingen, endete am Samstag, den 28. März, das Studium mit dem traditionellen Hutwurf. Beim Festakt in der Reutlinger Stadthalle lautete der Tenor der Festreden: Bleibt menschlich und tragt Verantwortung.
Den Ton setzte Festredner Stefan Hirth, Alumnus des Jahrgangs 1998. Nach seinem MBA-Abschluss an der ESB ging es steil nach oben, namhafte Unternehmen wie Bosch Rexroth stehen in seiner Vita. Mit Mitte 40 dann der Bruch: „Meine Freude an der Arbeit, meine positive Energie, ging verloren. Ich merkte: Ich funktioniere, aber ich wirke nicht mehr." Hirth entschied sich, keine Jobs mehr wegen der Karriere zu machen, erfand sich mit Anfang 50 neu und ist heute Berater und systemischer Coach. Seine Kernthese: „Karriere ist kein Titel, sondern Wirkung. Und die entsteht durch Haltung."
Daran knüpfte Dekan Prof. Dr. Markus Conrads an. Er verwies auf eine zentrale Differenz, die viele Absolventinnen und Absolventen erst im Berufsleben wirklich verstehen: „Im Studium lernen wir Modelle. In der Praxis treffen wir Entscheidungen unter unvollständigen Informationen und müssen dafür Verantwortung übernehmen." Künstliche Intelligenz könne zwar viele Antworten liefern. Was sie jedoch nicht leiste, sei zu erkennen, worauf es im Einzelfall wirklich ankomme. Der eigentliche Wettbewerbsvorteil liege daher in der Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen und das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen.
Reutlingens Oberbürgermeister Thomas Keck betonte, eine exzellente Ausbildung sei wertvoller denn je: „Übernehmen Sie Verantwortung, seien Sie mutig." Dabei griff er Hirths Gedanken auf: „Handeln Sie dabei wertebasiert und mit Haltung." Constantin Huesker, Schatzmeister des ESB Alumni Vereins, ergänzte: „Bleiben Sie Mensch, in einer digitalen Welt." Künstliche Intelligenz sieht er dabei gelassen: „Die KI kennt Daten, aber nicht die Realität."
Dass die ESB auf genau diese Anforderungen vorbereitet, bestätigten die Absolventinnen und Absolventen aus eigener Erfahrung. Master-Absolvent Philipp Dern, heute als Berater tätig, lobte sowohl das theoretische und praktische Fundament als auch den Gemeinschaftsgeist: „Unser Semester hat wirklich Vollgas gegeben. Wir haben uns motiviert, haben uns kritisiert, aber vor allem haben wir gegenseitig Bestleistung abgerufen." Internationaler MBA-Absolvent Bimal Minz erinnerte sich an eines der ersten deutschen Sprichwörter, die er in Reutlingen lernte: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung. Eine Metapher, die er auf die globale Wirtschaft übertrug: „Im anspruchsvollen MBA-Programm der ESB haben wir gemeinsam unsere Fähigkeiten wetterfest gemacht."
Die Feier mit rund 500 Gästen gipfelte im traditionellen Hutwurf. Für Dekan und Jurist Conrads ist das kein Ende, sondern ein Anfang: „Werden Sie Teil der ESB Alumni-Gemeinschaft – am besten lebenslänglich."
Die Hochschule Reutlingen ist stolz auf alle ihre Absolventinnen und Absolventen und wünscht ihnen für ihren weiteren Lebensweg viel Erfolg und alles Gute.




























