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23.11.2021 | News

Digitalisierte Medienwelten gestalten

Vortrag von Prof. Dr. Katrin Schlör im Rahmen des Studium Generale und der Vortragsreihe „Verantwortung für die Gesellschaft: Medien. Macht. Wirklichkeit.“

Digitalisierte Medienwelt: Die Digitalisierung bringt viele Potenziale mit sich, sie zieht aber auch eine digitale Spaltung durch unsere Gesellschaft. Was bedeutet die Teilhabe in, an und durch Medien? Und wie kann es gelingen, alle Menschen zu kompetenten Mediennutzer:innen zu machen? Diesen und weiteren Fragen widmete sich Dr. Katrin Schlör, Professorin an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg am Campus Reutlingen, in ihrem Vortrag im Studium Generale am 17. November 2021.

Katrin Schlör erklärte zu Beginn ihres Vortrags, dass in den Medienwissenschaften seit den 1990er Jahren über den sogenannten ‚Digital Divide‘ (dt. Digitale Spaltung) diskutiert wird. Dabei ging es zunächst um den ungleichen Zugang zu digitalen Informationstechnologien. Im Laufe der Jahre konnte diesbezüglich eine Besserung festgestellt werden, aber es hat sich auch gezeigt, dass es immer noch ungleiche Verteilungen gibt. Diese Probleme finden sich dabei nicht nur global, sondern auch unter uns gibt es weiterhin ‚Offlinewelten‘, wie auch die Corona-Pandemie verdeutlicht hat.  

Eine Studie des Hans-Bredow-Instituts zur Mediennutzung während des 1. Lockdowns zeigte, dass nur 3/4 der befragten 10 bis 18-Jährigen Schüler:innen über schnelles Breitbandinternet verfügten. Knapp 1/3 nahm an gar keinem Online-Unterricht teil – 8% davon aufgrund fehlender Endgeräte sowie 7% aufgrund einer unzureichenden Internetverbindung.

In der heutigen Zeit wird sich in den Medienwissenschaften vor allem die Rolle von Algorithmen angeschaut. Beispielsweise im Hinblick auf Filterblasen und welche Auswirkungen diese auf die politische Haltung und Teilhabe besitzen, aber auch welche sozialen Konsequenzen dadurch entstehen können.

Was genau bedeutet jetzt aber Teilhabe in Medien? Die Referentin erklärt, dass es dabei vor allem um die Frage geht, wie bestimmte soziale Gruppen in den Medien repräsentiert sind. Dies ist entscheidend dafür, wie sichtbar diese Gruppen auch in unserer Gesellschaft sind. Studien zeigen, dass z.B. im Fernsehen immer noch eine ungleiche Geschlechterverteilung vorliegt und Diversität ebenfalls wenig zu sehen ist. Als Grund dafür nennt Katrin Schlör unter anderen die wenig diversen Redaktionen. Mehr Diversität dort könnte laut ihr ein zentraler Ansatzpunkt sein, damit auch die mediale Darstellung vielfältiger wird. Als weitere Lösungsstrategie nennt die Referentin die Medienpädagogik. Bei dieser geht es darum, sich mit Stereotypen, Klischees und stigmatisierten Darstellungen auseinanderzusetzen und Menschen zu befähigen, Medien selbst zu produzieren und damit zu einem vielfältigeren und selbstbestimmteren Bild in den Medien beizutragen.

Daran anschließend unterschied Katrin Schlör die Teilhabe an Medien. Damit ist die Zugänglichkeit (‚Accessibility‘) zu den Medien gemeint. Medienproduktionen sollten daher möglichst barrierefrei gestaltet sein. Darunter fällt unter anderem die technische Bedienbarkeit, aber auch die Wahrnehmung mit unterschiedlichen Sinnen (z.B. Gebärdensprache).  

Am Schluss ging die Referentin auf die Teilhabe durch Medien ein. Dabei geht es vor allem um die Beteiligung an öffentlichen Diskursen, bzw. die Möglichkeit sich überhaupt an der Mediengesellschaft beteiligen zu können.

Zukünftig sollten wir uns laut Katrin Schlör weiterhin mit Fragen beschäftigen wie: Wer darf an der Medienlandschaft teilhaben? Wo schließt die Digitalisierung bestimmte Menschengruppen aus? Es gibt verschiedene Faktoren die letzten Endes dazu führen, dass manche Menschen mehr an Medien teilhaben können als andere. Eine gemeinsame Aufgabe sollte es daher sein, sensibel gegenüber Benachteiligungen zu werden, einen Zugang für alle zu schaffen, Barrieren abzubauen und somit allen ihr Recht auf Teilhabe zu gewähren.

Der nächste Vortrag des Studium Generale „Von Likes zu Fakes: Zur psychologischen Wirkung von Desinformation und Microtargeting“ von Prof. Stephan Winter findet am 24. November 2021 um 18:15Uhr statt.