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16.06.2021 | Forschung , Pressemitteilung , Technik

Besuch von Thomas Poreski am Lehr- und Forschungszentrum „Electronics & Drives“

Thomas Poreski (Mitte), Landtagsabgeordneter des Wahlkreises Reutlingen für die Grünen, will die dauerhafte Finanzierung des Studiengangs Leistungs- und Mikroelektronik am Lehr- und Forschungszentrum „Electronics & Drives“ der Hochschule Reutlingen unterstützen. Darüber sprach er mit den Professoren Gernot Schullerus, Jürgen Scheible, Ertugrul Sönmez und Eckhard Hennig (v.l.n.r.). Foto: Hochschule Reutlingen

Am Mittwoch, dem 9.6.2021 besuchte der grüne Landtagsabgeordnete des Wahlkreises Reutlingen, Thomas Poreski, das Lehr- und Forschungszentrum „Electronics & Drives“ (kurz „E&D“) der Hochschule Reutlingen in Rommelsbach.

Unter dem Motto „studieren und forschen was morgen bewegt“ beschäftigen sich dort Professoren, Doktoranden und Studierende mit wichtigen Basistechnologien, die für das Gelingen der großen Aufgaben unserer Zeit, der Energiewende und der Mobilitätswende, benötigt werden. Diese Basistechnologien sind die Leistungs- und Mikroelektronik. Sie bilden den zentralen Bestandteil der Systeme für die regenerative Energieerzeugung, in der Elektromobilität, beim autonomen Fahren, aber auch in der industriellen Antriebstechnik (Industrie 4.0, IoT), in der Medizintechnik oder der modernen Haustechnik.

Die Forscher am E&D entwickeln leistungselektronische Schaltungen, in denen Bauteile aus neuen Halbleitertechnologien, insbesondere Galliumnitrid (GaN), zum Einsatz kommen. Diese neuen Schaltungstechniken sind ein vielversprechender Ansatz, um die Systeme deutlich effizienter und auch kleiner zu machen, wodurch der Verbrauch von Energie und Ressourcen gesenkt werden kann.

„Einen besonders großen Hebel hierfür bilden elektrische Antriebe, in die 70% der gesamten elektrischen Energie fließen“, erläuterte Prof. Gernot Schullerus, der am E&D auf diesem Gebiet lehrt und forscht. Zusammen mit seinem E&D-Kollegen Prof. Ertugrul Sönmez, Schaltungstechniker und Experte für GaN-Bauelemente, sowie Doktoranden erforscht er neuartige Ansteuertechniken, mit denen sich E-Motoren viel schonender betreiben lassen, was neben einer Energieersparnis auch zu leiserem Betrieb und längerer Lebensdauer führt.

Auf welch hohem Niveau am E&D gelehrt wird, demonstrierte Prof. Eckhard Hennig mit einem ungewöhnlich kleinen Audio-Verstärker, den die Studierenden des Masterstudiengangs Leistungs- und Mikroelektronik im Rahmen eines einjährigen Praktikums unter seiner Leitung entwickelt, aufgebaut und erfolgreich in Betrieb genommen haben. Der Landtagsabgeordnete war von den beiden Verstärkern im Scheckkartenformat, welche ohne Kühlung zwei mannshohe Boxen bis an die Grenzen aussteuerten, sichtlich beeindruckt. Innerhalb dieses Praktikums entwickelte das Team sogar einen eigenen integrierten Schaltkreis (Mikrochip), der in einer Halbleitfabrik gefertigt wurde und den zentralen Steuerkern des Gesamtsystems bildet. Die Möglichkeit einer solchen Chipentwicklung innerhalb eines Studiums stellt ein Alleinstellungsmerkmal in der Hochschullandschaft dar.

Nach den Vorführungen sprach Thomas Poreski von beeindruckenden Beiträgen, welche das E&D mit diesem Masterstudiengang und mit den in der Forschung erzielten technischen Fortschritten für die Energiewende und E-Mobility leiste: „Solch eine spezielle Kompetenz habe ich bisher noch an keiner Stelle gesehen.“

Im Anschluss ging Prof. Jürgen Scheible, der den Masterstudiengang Leistungs- und Mikroelektronik leitet, noch auf weitere Besonderheiten dieses Studienangebot ein: „Der Master am E&D hat sich in der Industrie einen hervorragenden Ruf erworben. Unsere Absolventen haben daher beste Berufschancen.“ Durch den Strukturwandel in der Automobilindustrie hin zum Elektroantrieb habe sich der Bedarf nach Ingenieuren der Leistungs- und Mikroelektronik nochmals spürbar gesteigert. Zu den Stellenangeboten der elektrotechnischen Industrie komme zusätzlich eine ganz massive Nachfrage von Firmen, die ihren Schwerpunkt bislang im Maschinenbau haben, und sich nun zum Elektroantrieb hin entwickeln. „Zwischenzeitlich kommen vermehrt sogar Studierende zu uns, welche bereits im Beruf stehen und sehen, dass sie genau diese Kenntnisse, welche bei uns gelehrt werden, noch benötigen. Für diese Bewerber bieten wir auch ein berufsbegleitendes Studium in individueller Teilzeit an. Ein Angebot, das zunehmend wahrgenommen wird.“

Leider ist der Masterstudiengang am E&D nicht dauerhaft finanziert. Scheible erläuterte, dass das Sponsoring der Firma Bosch, mit dem der Studiengang bisher großzügig finanziert wurde, letztes Jahr ausgelaufen sei. „Wir haben noch einige Mittel aus der Zeit des Bosch-Sponsorings, die wir zurücklegen konnten. Diese sind aber irgendwann aufgebraucht.“ Das E&D-Kollegium diskutierte daher mit Thomas Poreski über Möglichkeiten, wie man diesem wichtigen Studiengang zu einer dauerhaften Finanzierung verhelfen könnte. Der Landtagsabgeordnete sagte dem E&D hierfür seine Unterstützung zu.