21.06.2018 | News

Tango-Leidenschaft beim Sommerkonzert der Hochschule

Mit temperamentvollen Klängen aus Südamerika

Fotos: Hochschule/Scheuring

Von: Isa Sonnemann

Beim gestrigen Sommerkonzert der Hochschule war Fernweh vorprogrammiert: Konrad Heinz und sein Orchester nahmen ihr Publikum mit auf eine musikalische Reise nach Südamerika  - nach Brasilien, Mexiko und Argentinien, dem Heimatland des Tango. Das Motto des Abends lautete „Südamerikanisches Temperament“, mit Werken von Heitor Villa-Lobos, Astor Piazzolla und Arturo Márquez.

"Die warmen Temperaturen passend zu unserem heutigen Motto haben wir ja schon einmal", scherzte der Senatsbeauftragte für Kultur Prof. Henning Eichinger, der rund 200 Gäste in der vollbesetzten Aula begrüßte und sich zusammen mit den Zuhörern auf ein abwechslungsreiches Programm freuen durfte.

Konrad Heinz, der das Hochschulorchester seit nunmehr fünf Jahren mit großem Engagement leitet und dirigiert, versprach den Zuhörern "ein buntes Feuerwerk" an unterschiedlichen Klängen. So startete der Konzertabend mit dem "Coral" aus den Bachianas Brasileiras Nr. 4. Feinfühlig gab das Orchester die Stimmung wieder, mit der der Komponist Heitor Villa-Lobos in einer unverkennbaren Mischung aus Folklore, Jazz und Klassik die brasilianische Musik grundlegend geprägt hat.

Sinnlich-raffiniert ging es in die zweite Runde, mit Werken von Astor Piazzolla, dem Meister des Tango Nuevo. In "Oblivion" verzauberte Julia Steinbach mit ihrer einfühlsamen Solo-Oboe die Zuhörer. Es verwunderte nicht, dass im darauffolgenden "Libertango" viele im Publikum zum Takt mitwippten, denn der quirlige Dirigent und sein Orchester holten in der arrangierten Fassung von Andrés Martin schwungvoll den argentinischen Tango von den Straßen Buenos Aires in die Reutlinger Hohbuch-Aula. Ellen Heinz am Cello und Arne Lindheimer am Kontrabass erzeugten anschließend in "Ave Maria" in ihren Solopassagen einen zart-schwebenden Klangteppich, der das transportierte, was in der Musik Argentiniens immer mitzuschwingen scheint: Leidenschaft, Liebe, Melancholie und Heimweh.

Im letzten Werk des Abends, dem "Danzón No. 2" des mexikanischen Komponisten Arturo Márquez, hielt es schließlich auch den letzten Zuhörer nicht länger ruhig auf dem Sitzplatz. "Man hört in jedem einzelnen Takt, wie getanzt wird", hatte Konrad Heinz vorab angekündigt und so wurde das weltweit bekannte Stück, das voller überraschender Wendungen und Rhythmuswechsel steckt, nach begeistertem Applaus in Teilen nochmals als Zugabe gespielt.

Der Orchesterleiter bedankte sich nach der gelungenen Veranstaltung besonders bei seinem Orchester, in dem die Studierenden, Lehrenden und externen Musiker trotz vieler anderer Verpflichtungen doch immer wieder die Zeit zum gemeinsamen Musizieren finden.

Und wem der Abend gefallen hat, der kann sich gerne schon das nächste Konzert des Hochschulorchesters vormerken: am 12. Dezember 2018 findet zusammen mit dem Chor „d’aChor“ des Reutlinger Liederkranzes das Weihnachtskonzert der Hochschule Reutlingen statt.