23.03.2018 | News, Pressemitteilung

„Start Up Stories – studierst Du noch oder gründest Du schon?“

Ministerin Theresia Bauer hat gestern ein Gründerevent der Hochschulen Reutlingen, Aalen und der Hochschule der Medien Stuttgart besucht.

Im Projekt "Spinnovation" kooperieren die Hochschulen Reutlingen, Aalen und die Hdm Stuttgart, um gemeinsam das Thema Gründung voranzubringen. Fotos: Hochschule Reutlingen/Scheuring

Von: Kathrin Engels & MWK

Beim Gründerevent mit Podiumsdiskussion und Gründerausstellung nahm sich Wissenschaftsministerin Theresia Bauer die Zeit, um mit Hochschulvertretern und Gründern ins Gespräch zu kommen. Auf dem Podium betonte sie: „Die meisten Gründeraktivitäten entstehen im Umfeld der Hochschulen – und zwar nicht am Ende eines Forschungsprozesses, sondern ganz früh, schon im Studium.“

Gestern hieß es wieder „Start Up Stories - gründest Du noch oder studierst Du schon?“ In dieser Veranstaltungsreihe besucht die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer insgesamt zehn Hochschulstandorte und diskutiert mit den Rektoren, Lehrenden, Studierenden und erfolgreichen Gründern über die Start-Up-Kultur in Baden-Württemberg. Rund 200 Teilnehmer und Interessierte waren der Einladung in die Aula der Hochschule Reutlingen gefolgt, als Bauer die Podiumsdiskussion mit den Worten eröffnete: „Die Hochschulen sind genau der richtige Ort, an dem eine lebendige Start-up-Kultur entsteht. Sie bieten Freiräume zum Experimentieren, Erforschen, Anwenden und um Erfahrungen zu sammeln – denn es braucht Mut, eigene Wege zu gehen und das Risiko zu wagen.“ Sie sei beindruckt von dem, was an den drei Spinnovation-Hochschulen schon alles entstanden ist, eine Fülle völlig unterschiedlicher Konzepte – doch der Gründergeist sei an diesen Orten verblüffend ähnlich. „Die drei Hochschulen in Reutlingen, Aalen und Stuttgart befassen sich intensiv mit dem Thema Existenzgründung und nehmen hier eine Vorreiterrolle ein.“

Das mag auch daran liegen, dass sich die drei Rektoren bei den Anforderungen an eine Gründerhochschule sehr einig sind. Man müsse früh ansetzen, in den ersten Semestern schon Studierenden an das Thema Unternehmertum heranführen und Konzepte wie Makerspaces zum Kreieren und Basteln umsetzen, ist Prof. Dr. Alexander Roos (HdM) überzeugt. „Auch die vielen Player wie die IHK, die Wirtschaftsförderungen und regionale Firmen sowie die Ideenwettbewerbe sind immens wichtig. All das führt dazu, Gründung als Motivation, als Karrierealternative zu erleben“, unterstreicht Prof. Dr. Gerhard Schneider aus Aalen die Bedeutung der Kooperationspartner. Gastgeber Prof. Dr. Hendrik Brumme ist der Schulterschluss mit den Unternehmen der Region besonders wichtig und ergänzt seine Botschaft an die Studierenden: „Ihr habt die Ideen, wir befähigen Euch. Habt den Mut zur Gründung, wir unterstützen Euch!“

Im Verbundprojekt „Spinnovation“ der drei Hochschulen, das das Wissenschaftsministerium von 2016 bis 2019 mit rund 1,7 Millionen Euro fördert, geht es den Projektpartnern darum, Studierenden Lust auf mehr Eigenverantwortung zu machen. Durch positive Erfahrungen während des Studiums sollen möglichst viele Studierende dafür gewonnen werden, sich mit Innovationen und unternehmerischem Denken spielerisch auseinanderzusetzen.

Ministerin Bauer begrüßt diesen Ansatz: „Die Hochschulen haben die einmalige Chance, ihren Studierenden in einem risikofreien Umfeld ein Übungsterrain für eine spätere Selbständigkeit zu bieten.“

Genau dieses geschützte Umfeld hielten die drei Gründerinnen und Gründer dann auch für ausschlaggebend. Khoi Doan von „ClipCase“ empfindet es als Privileg, einen speziellen Entrepreneurship-Studiengang in Aalen belegen zu können und kostenlosen Zugang zu Beratung und den Arbeitsräumen im benachbarten Inno-Z zu haben. Auch Sabrina Scherer sieht große Vorteile darin, das Startup-Center direkt an der HdM zu haben. Ihr Team „helpmate“ profitiere sehr vom Akzeleratorprogramm der Sandbox, das kreative Gründungsvorhaben sechs Monate lang intensiv begleitet. Und das seit 2012 erfolgreiche Unternehmen „GlobalFlow“ wäre laut Nadine Antic gar nicht erst gegründet worden ohne die Unterstützung durch die Hochschule und die Stadt Reutlingen. Sie fordert daher auch, Studierende mehr als Unternehmer auszubilden, sie zu befähigen, mehr Verantwortung zu übernehmen für das, was sie tun.

„Die Veranstaltungen dieser Reihe haben eines deutlich gezeigt: Es braucht gute Netzwerke. Und gute Ideen. Kreativität kann man nicht diktieren und Risikobereitschaft nicht verordnen. Aber mit entsprechenden Angeboten an den Hochschulen fördern - und das tun wir“, so Bauer abschließend.

Im Anschluss hat sich die Ministerin viel Zeit genommen für den Rundgang mit Projektleiter Thomas Rehmet und den Austausch mit 15 Gründerteams der drei Hochschulen, die ihre fast marktreifen Ideen oder schon etablierten Geschäftsmodelle präsentieren. Voller Stolz erklären die Reutlinger Teams „my-wedding-helper“ und „VANOX“ ihre Produktideen und lassen auch die Unterstützung seitens des Netzwerks nicht unerwähnt: Das Center for Entrepreneurship und die IHK beraten die Jungunternehmer, vermitteln Mentoren und haben beim erfolgreichen EXIST-Stipendium unterstützt. Beide Teams nutzen auch die kostenfreien Arbeitsplätze in den Büro-Containern, die von der Stadt Reutlingen in bester Campus-Lage bereitgestellt werden. Paradebeispiele für gelungene Gründungsförderung – und bestimmt auch bald zwei erfolgreiche „Start Up Stories“.