14.06.2018 | Forschung, Pressemitteilung

Reutlinger Forschung weiter auf Wachstumskurs

Steigerung der Forschungsprojektmittel um rund 15 Prozent

Die angewandte Forschung der Hochschule Reutlingen wächst weiter. Foto: Hochschule Reutlingen/Scheuring

Von: Lilith Langeheine

Reutlingen ist und bleibt eine der forschungsstärksten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. So das Ergebnis einer Gutachtergruppe, die jedes Jahr die Forschungsleistung der 21 forschenden Hochschulen für angewandte Wissenschaften des Landes prüft. Reutlingen schneidet im Vergleich zum Vorjahr sogar noch besser ab.

Bewertungskriterien der Gutachter waren die Höhe der in 2017 geflossenen Drittmittel für Forschungsprojekte und die Anzahl der wissenschaftlichen Publikationen. Mit 268 Veröffentlichungen war die Hochschule Reutlingen landesweit zum wiederholten Mal die Hochschule für angewandte Wissenschaften mit den meisten wissenschaftlichen Publikationen. Die eingeworbenen Forschungsprojektmittel sind im Vergleich zum Vorjahr um 14,7 Prozent auf 5,69 Millionen Euro gestiegen, weitere 2,73 Millionen Euro Mittel mit sonstigem Forschungsbezug wurden eingeworben. „Das ist ein tolles Ergebnis, an dem viele Kolleginnen und Kollegen mitgearbeitet haben“, freut sich Prof. Dr. Gerhard Gruhler, Vizepräsident für Forschung der Hochschule, und verdeutlicht: „Forschung hat eine große Wirkung, angewandte Forschung eine noch größere – auf Unternehmen, auf die Gesellschaft und natürlich auf die Hochschule selbst.“

Die Forschungsarbeit an der Hochschule Reutlingen reicht von der Bearbeitung ganz konkreter Forschungsfragen im Auftrag von Unternehmen bis hin zur grundlagenorientierten Suche nach völlig neuen Lösungsansätzen, zum Beispiel in der Medizin. So wurde mit dem Projekt „Hearing Diagnostic“ erstmals die Ausschreibung „Experiment!“ der VolkswagenStiftung gewonnen. Diese fördert jährlich einige wenige gewagte Forschungsideen, die etabliertes Wissen grundlegend herausfordern und einen ungewissen Ausgang haben. Auch mit Blick auf den Umfang der Projekte ist die Bandbreite groß. Es gibt kleine Beratungsprojekte von unter 1.000 Euro, aber auch Investitionsprojekte in Millionenhöhe. So fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung beispielsweise das Investitionsvorhaben ECHO mit insgesamt 1,7 Millionen Euro. Diese fließen in den Ausbau der ESB Logistik-Lernfabrik, in Industrie 4.0-Pilotvorhaben der Hochschule Reutlingen sowie den Aufbau von 3D-Druck-Expertise. Drei neue Hochleistungs-3D-Drucker in den Fakultäten Angewandte Chemie, ESB Business School und Technik eröffnen den Forscherinnen und Forschern ganz neue Möglichkeiten. Mit 1,8 Millionen Euro fördert das Wissenschaftsministerium in Stuttgart vier Forschungs- und Transferprojekte an den Fakultäten Angewandte Chemie, Informatik, Technik sowie Textil & Design. Die Projekte erweitern den forschungsorientierten Technologietransfer zwischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften und kleinen und mittleren Unternehmen der Region.

Dass die Forschungsarbeit an der Hochschule Reutlingen auch an internationaler Sichtbarkeit gewonnen hat, zeigt die Aufnahme in die European University Association (EUA). Die Aufnahmekriterien der Vereinigung europäischer Forschungsuniversitäten sind hoch, entscheidend war die Forschungsstärke der Hochschule Reutlingen. Die Mitgliedschaft bringt neue Einflussmöglichkeiten und verbessert die Kooperationschancen in Europa.