22.10.2018 | Pressemitteilung, News

Eröffnungsfeier der neuen FirstStep-Bürocontainer auf dem Campus

Die städtische Wirtschaftsförderung und das Center for Entrepreneurship erleichtern Studierenden mit einer Geschäftsidee die ersten Schritte.

Vertreter der Stadt und der Hochschule (v.l. Rehmet, Kreher, Wilke, Gruhler) eröffnen feierlich die neuen Bürocontainer für Gründerteams

Von: Kathrin Engels

An eine Tonne erinnern die neuen Container wahrlich nicht mehr. Doch die Anlehnung an die ungewöhnliche Behausung des griechischen Philosophen Diogenes passte im Jahr 2004 sicher gut, als die Stadt Reutlingen im Rahmen ihres Existenzgründungs-programms vier Bürocontainer auf den Campus der Hochschule errichtete. 14 Jahre später gibt es zwar den Beinamen „Diogenes+“ nicht mehr, doch das Engagement der Stadt Reutlingen für Existenzgründungen auf dem Campus läuft als Projekt „FirstStep“ nach wie vor auf Hochtouren.

Für diesen Einsatz dankte Vizepräsident Prof. Dr. Gruhler am Dienstag vergangener Woche dem zur Einweihungsfeier anwesenden Bürgermeister Alexander Kreher und dem Leiter des Amts für Wirtschaft und Immobilien, Herrn Peter Wilke. Dass seit Oktober die ersten Gründerteams strahlend helle, neue Arbeitsplätze mit moderner Infrastruktur in Anspruch nehmen können, verdankt die Hochschule vor allem auch Herrn Flammer und Herrn Brodbeck von der Wirtschaftsförderung. Seit 2016 beschäftigten sie sich mit der Planung der neuen Bürocontainer. Und Hürden mussten sie dabei genug überwinden: Anfang des Jahres behinderte Frost die Aushubarbeiten, die Zufahrt musste für den tonnenschweren Kran aufwändig präpariert werden und dann gab es auch noch Probleme mit dem Strom- und IT-Anschluss. So waren letztlich auch seitens der Hochschule von Hausmeistern über die Finanzabteilung bis hin zum Koordinator vom Center for Entrepreneurship viele Leute beteiligt, die bei der Eröffnungsfeier freudig und stolz die neuen Räume in Augenschein nahmen.

Gut 60 Gäste schauten während des Nachmittags vorbei – Professoren, Mitarbeiter und Partner regionaler Unternehmen. Denn gerade in den Wirtschaftsstandort hinein soll die Arbeit der Hochschule ja wirken: „Das geschieht durch praxisnahe Forschung genauso wie durch Gründungen“, betonte Prof. Dr. Gruhler. Und so gab es interessante Gespräche mit den aktuell in den vier Büros arbeitenden Gründerteams, die ihre Projekte vorstellten und optimistischen Tatendrang verbreiteten. Während mit „Rehago“ und „My Wedding Helper“ zwei mit staatlichen Förderprogrammen unterstützte Geschäftsideen zur Marktreife entwickelt werden, ist Saska Minic mit ihrem Modelabel ganz auf sich gestellt. Eine fast idealtypische Gründergeschichte liefert das Team von „PriologiX“: Der Unternehmenspartner für ihre Projektarbeit im Masterstudiengang „Operations Management“ bot den Studenten gleich einen Arbeitsvertrag an. Doch die drei jungen Männer wollten sich mit ihrer Beratungsleistung für Softwarelösungen, die sich auf Projekt- und Risikomanagement sowie Prozessoptimierungen fokussieren soll, lieber selbstständig machen. Sie hörten von der Gründungsförderung auf dem Campus, machten einen Beratungstermin mit Thomas Rehmet vom Center for Entrepreneurship aus und profitierten von der Vermittlung in das Netzwerk aus Mentoren, IHK und Unternehmen. Die Gründung erfolgte dann unmittelbar Anfang Oktober, und nun trifft sich das Team regelmäßig nach den Vorlesungen im Containerbüro zum Arbeiten.

„Der Bedarf an kreativen Flächen für Studierende oder Absolventen, die an ihrer Gründungsidee arbeiten wollen, steigt wieder“, bemerkt Rehmet. Er entsteht vor allem aus den zunehmenden Aktivitäten der Hochschule zur Förderung der Gründungskultur und der Verankerung unternehmerischen Denkens in Studium und Lehre. Zentraler Ankerpunkt hierfür ist das Center for Entrepreneurship, in dem Rehmets Mitarbeiter ein umfassendes Angebot von Beratung über Seminare bis hin zu Events bereithalten. Die erhöhte Sensibilität für das Thema, das geknüpfte Netzwerk und die Qualifizierung der angehenden UnternehmerInnen sorgen für eine größere Nachfrage nach den mietfreien Arbeitsplätzen in den funktionalen Metallkisten. Begeistert sind alle vom neuen Coworking-Bereich, der mit seiner flexiblen Nutzung von bis zu 8 Leuten gleichzeitig den Austausch unter den Teams oder Einzelkämpfern fördert.

Von den Möglichkeiten für junge Berufseinsteiger in der Region überzeugt, appelliert Bürgermeister Kreher an die Studierenden, nach ihrer guten Ausbildung in Reutlingen, den Praktika, Auslandsaufenthalten und vielleicht dem Jobeinstieg fern der Heimat dann auch ruhig wieder nach Reutlingen zurückzukehren. Denn der Campus ist ja nur ein möglicher Ort für Gründungen – die Stadt fördert den Wirtschaftsstandort mit vielfältigen Maßnahmen, von denen junge, innovative Unternehmen profitieren können.