06.06.2018 | News

Diversity-Tag bringt Hochschule in Bewegung

Unter dem Motto „Beweg Dich! - Körper - Kopf - Einstellung“ aktiviert die Hochschule Studierende und Beschäftigte zu Austausch und Aktion

Parkour-Training in der Mittagspause? Kevin Piatek gab Einblicke in die dynamische Sportart. Fotos: Hochschule Reutlingen/Müller

Von: Katrin Reichenecker

Auf dem Campus der Hochschule Reutlingen kommen mehr als 5700 Studierende sowie rund 600 Beschäftigte zusammen. Sie alle sind verschieden: Herkunft, Alter, Geschlecht, Religion, Freizeitinteressen, Auslandserfahrungen, Studiengänge, Sichtweisen und vieles mehr variiert – doch es gibt zahlreiche Gemeinsamkeiten zu entdecken. Am gestrigen Diversity-Tag gab es auf dem Campus Hohbuch viele Gelegenheiten, diese Unterschiede und Gemeinsamkeiten einmal genauer zu betrachten. Beim bundesweiten Aktionstag, der jährlich stattfindet, nehmen zahlreiche Unternehmen und Institutionen in Deutschland teil und rücken den Vielfaltsgedanken in den Fokus.

Die Tische der Gemeinsamkeiten luden in der Mensa dazu ein, sich beim Mittagessen zu verschiedenen Themen auszutauschen, wie Hobbys und Mobilität, über die man sonst selten mit Kolleginnen und Kollegen diskutiert, und Eindrücke zu teilen sowie Berührungspunkte zu finden und neue Kontakte zu knüpfen.

Eine aktive Mittagspause bot die Möglichkeit, sich sportlichen zu betätigen. Das Parkour-Training gab Einblicke in die Sportart, bei der Hindernisse scheinbar mühelos überwunden werden. Beim Wing Tsun Kung Fu konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die chinesische Kampf- und Bewegungskunst mit Kung Fu- und Tai Chi-Elementen schnuppern und ihren Körper einmal ganz anders wahrnehmen. Ebenfalls auf dem Programm stand ein gemeinsamer Spaziergang. Dieser „Walk and Talk“ bot die Gelegenheit, auf eine ganz gemütliche, aber deswegen nicht weniger effektive und kommunikative Art mit Kolleginnen und Kollegen in Austausch zu kommen und auch die Umgebung aus einer neuen Perspektive zu betrachten.

Eine komplett andere Perspektive auf das Studieren vermittelte Annette Höinghaus vom Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie. In ihrem Vortrag über Legasthenie und Dyskalkulie an der Hochschule wurde deutlich, dass rund zehn Prozent der deutschen Bevölkerung von Legasthenie und/oder Dyskalkulie betroffen sind. Höinghaus referierte über Ursachen, Verlauf und Folgen der Erkrankung und erörterte verschiedene Möglichkeiten zur Hilfestellung und zum Nachteilsausgleich. Denn Legasthenie und Dyskalkulie stellen keine Einschränkung der fachlichen Kompetenz dar und sind mit den geeigneten Hilfsmitteln wie Vorlesesoftware, Spracherkennung mit Textausgabe oder Rechenhilfen gut zu überbrücken. Wichtig ist die richtige und möglichst frühe Diagnose, damit den Betroffenen bereits im Kindesalter geholfen und somit ein langer Leidensweg vermieden werden kann, der ohne Hilfe viel zu oft in einem Berufsabschluss mündet, der weit unter der allgemeinen Begabung der Betroffenen liegt. Durch die richtige Beratung kann erreicht werden, dass eine Einschränkung kein Hinderungsgrund für ein Studium sein muss, sondern eine Erweiterung der Vielfalt an der Hochschule darstellt.