Wege zur Open Access Publikation

Es gibt im Wesentlichen zwei Wege Open Access zu publizieren. Den goldenen Weg über die Erstveröffentlichung in einem Open Access Journal und den grünen Weg über die sog. Zweitveröffentlichung, d.h. dem parallelen oder nachträglichen zur Verfügungstellen als Open Access.

Der goldene Weg

Publizieren in Open Access Verlagen

Beim Publizieren über den goldenen Weg, veröffentlichen Sie Ihre Arbeit direkt in einer Open Access Zeitschrift bzw. bei einem Open Access Verlag. Häufig verlangen die Verlage dafür Gebühren, sog. article-processing-charges (apc). Bei der Beantragung von Drittmitteln können jedoch oft auch Mittel zur Finanzierung solcher Publikationsgebühren beantragt werden.

Vorgehen

1) Prüfen Sie welche Open Access Zeitschriften für Sie in Frage kommen und welche Kosten ggfs. entstehen. Im Directory of Open Access Journals (DOAJ) finden Sie anerkannte Open Access Zeitschriften, die regelmäßig erscheinen und über ein Qualitätssicherungsverfahren verfügen. Für Monographien können Sie das Directory of Open Access Books (DOAB) zur Suche nach geeigneten Verlagen nutzen.

2) Prüfen Sie welche Fördermöglichkeiten Sie für anfallende Kosten haben.

3) Reichen Sie Ihre Publikation bei der Zeitschrift bzw. dem Verlag ein.

4) Nachdem Ihr Beitrag akzeptiert wurde, sollten Sie ihn gemäß der Bedingungen des Verlags zusätzlich als Pre- oder Postprint auf dem Hochschulrepositorium hochladen.

Publizieren in Hybrid Zeitschriften

Auch Subskriptionzeitschriften bieten mittlerweile die Möglichkeit einzelne Artikel gegen Gebühr als Open Access Publikation zu veröffentlichen. Die Mehrzahl der großen Verlage bietet diese Möglichkeit an. Beachten Sie jedoch, dass die Artikelgebühren hier häufig höher sind als bei reinen Open Access Zeitschriften und Forschungsförderer Publikationsgebühren für Hybridzeitschriften oft nicht übernehmen.

Vorgehen

1) Prüfen Sie, ob die von Ihnen gewählte Zeitschrift die Möglichkeit zur Open Access Publikation bietet und wie hoch die Artikelgebühren sind.

2) Prüfen Sie, ob Ihr Forschungsförderer auch Hybridpublikationen unterstützt.

3) Reichen Sie Ihre Publikation bei der Zeitschrift ein.

4) Nachdem Ihr Beitrag von der Zeitschrift akzeptiert wurde, sollten Sie ihn gemäß der Bedingungen des Verlags zusätzlich als Pre- oder Postprint auf dem Hochschulrepositorium hochladen.

Der grüne Weg

Als grüner Weg wird die Zweitveröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten auf institutionellen oder fachlichen Repositorien bezeichnet. Diese sog. Selbstarchivierung kann je nach Verlag sofort zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung oder nach Ablauf einer Embargo-Frist geschehen.
Zu diesem Zweck sollten Sie bei der Publikation Ihrer Arbeiten mit dem Verlag ein nicht-exklusives Nutzungsrecht (sofortige Zweitveröffentlichung) bzw. die Abtretung der exklusiven Nutzungsrechte (Zweitveröffentlichung nach Ablauf des Embargos) vereinbaren. Dabei helfen Ihnen z.B. die Informationen zur Rechtsfragen auf open-access.net.

Vorgehen

1) Prüfen Sie, welche Art der Zweitveröffentlichung der Verlag bzw. die Zeitschrift gestattet und welche Bedingungen gelten. Dazu können Sie die Datenbank Sherpa/Romeo nutzen.

2) Reichen Sie Ihre Arbeit bei der gewünschten Zeitschrift ein.

3) Achten Sie beim Abschluss des Autorenvertrages darauf, dass Ihnen die Zweitveröffentlichung Ihrer Arbeit gestattet ist.

4) Laden Sie den Pre- oder Postprint Ihrer Arbeit unter Einhaltung der Verlagsbedingungen in das institutionelle Repositorium der Hochschule Reutlingen hoch. Nach fachspezifischen Repositorien können Sie in der Datenbank "Directory of Open Access Repositories" (openDOAR) recherchieren.

Qualitätssicherung bei Open Access

Gute Open Access Zeitschriften haben die gleichen Qualitätsmerkmale wie gute Subskriptionszeitschriften. Sie bieten ein transparentes Begutachtungsverfahren, bekannte Wissenschaftler/innen als Herausgeber/innen, veröffentlichen relevante Forschung, bieten dauerhafte Referenzierung der Artikel und werden in den einschlägigen Fachdatenbanken oder Katalogen (z.B. Web of Science, Scopus, EZB) nachgewiesen.

Leider gibt es auch schwarze Schafe unter den Herausgebern bzw. Verlegern von Open Access Zeitschriften, die als sog. predatory publisher bekannt sind. Diese sind nur an den Publikationsgebühren interessiert, ohne die üblichen Standards guter wissenschaftlicher Praxis einzuhalten. Um die Publikation in solchen Zeitschriften zu vermeiden, sollten Sie mithilfe der Checkliste von Think.Check.Submit die Seriösität der gewählten Zeitschrift prüfen. Der Erhalt von Spam-E-Mails mit der Aufforderung, in einer Zeitschrift zu publizieren, ist ein weiterer Anhaltspunkt für eine geringe Seriosität.

Weitere Informationen

Gezielt nach Open Access Publikationen suchen

Open Access Publikationen finden Sie über die gewohnten Rechercheinstrumente der Hochschulbibliothek. Sie können z.B. in der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB) gezielt nach "frei zugänglichen" Zeitschriften suchen. Open Access Artikel finden Sie darüber hinaus auch mit der BASE-Suchmaschine (Bielefeld Academic Search Engine).

Weitere Suchportale für die Suche nach…