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31.03.2021 | Forschung , Pressemitteilung , Startseite , Technik

Power-Premiere: Erste Promotion am Reutlinger Energiezentrum

Timo Tremml schließt Promotion zum Thema „Unternehmertum in der kommunalen Energiewirtschaft“ erfolgreich in der Kooperation mit der Universität Hohenheim ab

Timo Tremml beim Online-Get-together anlässlich seiner Disputation am 25. März 2021, Foto: Hochschule Reutlingen.

Vier Jahre lang hat Timo Tremml intensiv geforscht und eine Menge Energie in seine Dissertation mit dem Titel „Corporate Entrepreneurship in the Public Sector: Exploring the Peculiarities of Public Enterprises“ gesteckt. Seit November 2016 war er im Anschluss an sein Studium in Energie- und Ressourcenmanagement (Bachelor) und Unternehmensführung (Master) an der HS Nürtingen-Geislingen am Reutlinger Energiezentrum (REZ) als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand angestellt. Gefördert wurde sein wissenschaftliches Vorhaben durch die HAW-PROM-Förderung.

Vor fünf Jahren entwickelten die Professoren Dr. Sabine Löbbe, Unternehmens- und Beirats-Beauftragte des REZ, und ihr Kollege, Dr. Andreas Kuckertz von der Uni Hohenheim, Leiter der Entrepreneurship Research Group, die Idee zu einer kooperativen Promotion. Ausgangspunkt sollte ein Projekt für innovative Dienstleistungen für Stadtwerke mit der Südweststrom GmbH sein und dafür konnten sie Timo Tremml gewinnen.

Er konnte dabei in Reutlingen auf ein breites Forschungsspektrum und die interdisziplinäre Expertise der Kolleg*innen am REZ zurückgreifen, ebenso wie auf die Forschungsgruppe am Lehrstuhl in Hohenheim. Im März hat er seine Promotion nun erfolgreich abgeschlossen. Damit ist er der erste Doktorand, der seine Dissertation am REZ abgeschlossen hat.

Es ist ihm dabei gelungen aufzuzeigen, dass der Aufsichtsrat in kommunalen Energieversorgungsunternehmen – abhängig von der Eigentümerstruktur – unterschiedlichen Einfluss auf das Unternehmen nehmen kann. Aus der Arbeit lassen sich dadurch aus theoretischer Sicht wichtige Fortschritte an der Schnittstelle von Governance und Entrepreneurship folgern sowie konkret die Aufsichtsratsarbeit in öffentlichen Unternehmen verbessern. Dass er für dieses Ergebnis etliche Telefonversuche für den Kontakt zur Datenerhebung oft erfolglos tätigte, scheint den frischgebackenen Doktoranden und werdenden Vater nicht zu stören. Im Gegenteil, er sei dankbar für die Unterstützung, die ihm von allen Seiten zu Teil wurde. Von der Familie, seinem Doktor-Vater, seiner Doktor-Mutter, seinen Kolleginnen, Freunden und den Dekanen und Hochschulen. „Und das alles, obwohl eigentlich auf den ersten Blick niemand außer mir erstmal was von dieser Dissertation hat – nämlich den begehrten Doktortitel“, so Timo Tremml in seiner sympathischen Rede im Zoom-Get-Together im Anschluss an seine Disputation am 25. März 2021.

Ganz so ist es natürlich nicht, denn für die Universität Hohenheim ergänzt Prof. Dr. Kuckertz: „Kooperative Promotionsvorhaben funktionieren und können wichtige Beiträge für die HAWen und für die Universitäten im Land leisten. Gemeinsam schaffen wir praxisnahe Forschung.“ So ist Tremml Vorbild und sein Vollgas geben in den letzten Jahren manchmal rundum die Uhr hat ihn von der Dissertation in der heimischen Abstellkammer nun noch eine Ehrenfahrt seiner Unterstützer in Hohenheim eingebracht – sobald es wieder möglich ist, wartet eine lustige Sack-Karrenfahrt auf ihn.

Und dann – was macht er aus seinem Doctor oeconomiae: Seit Sommer 2020 ist er bei den Stadtwerken Reutlingen als Beauftragter für das Interne Kontrollsystem und als Prozessmanager für den gesamten Unternehmensverbund tätig. Die Hochschule Reutlingen kann weiterhin von seinem Experten-Wissen und Forschergeist profitieren. In gemeinsamen Projekten sieht man ihn sicher gelegentlich wieder. So sind das REZ und die Stadtwerke RT gemeinsam mit Projekt Klima-RT-LAB, unterwegs, das den Konzern Stadt Reutlingen auf dem Weg in die Klimaneutralität begleitet. „Unsere Frage, in diesem Reallabor ist, wie wir in den typischen, und dabei relativ komplexen Entscheidungsprozessen eines städtischen Konzerns gemeinsam Klimaneutralität erreichen, und da können wir auch auf die Erkenntnisse der Promotionsarbeit von Herrn Tremml zurückgreifen“, so Professorin Dr. Sabine Löbbe. „So entwickeln wir im REZ zukunftsweisende und vor allem inter- und transdisziplinäre Lösungen.“

Timo Tremml konnte von der Denkweise seiner Promotionsbetreuerin Prof. Dr. Sabine Löbbe, die auch Präsidiumsbeauftragte für Nachhaltigkeit der Hochschule Reutlingen ist, nur profitieren. Und so zeigt seine Promotion, dass diese einmalige Infrastruktur und Kooperationen mit Unternehmen aus dem Energiebereich auch sehr anspruchsvolle Forschungsarbeiten ermöglichen und sich auch das vernetzte Hochschul-Denken auszahlt.

Über das Reutlinger Energiezentrum (REZ) Forschung und Promotion
Das REZ versteht sich als Kooperationspartner für Industrie, Wirtschaft, Kommunen, Verwaltung sowie Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen. Es dient als transdisziplinäre Plattform für innovative Energielösungen durch angewandte Forschung und Lehre. Die Aufgabenstellungen reichen von konzeptionellen Fragestellungen über Forschung und Entwicklung bis hin zu Gremienarbeit und Beratungstätigkeiten, Gutachten, Geräteprüfungen und Zertifizierungsmessungen an den Prüfständen der Hochschule. Für forschungsinteressierte Masterabsolventinnen und -absolventen mit hervorragendem Master-Abschluss besteht die Möglichkeit zur Promotion in Kooperation mit unterschiedlichen Universitäten. Derzeitige Kooperationspartner für die Promotion sind die Universitäten Stuttgart, Hohenheim, Wien und Chemnitz. So greifen die Fakultät Technik und das REZ Innovationsthemen der Zeit auf und bereiten angehende Ingenieurinnen und Ingenieure, Kaufleute und Soziologen, praxisnah auf ihre berufliche Zukunft vor.

Über das Hohenheimer Fachgebiet Unternehmensgründungen und Unternehmertum
Das Fachgebiet Unternehmensgründungen und Unternehmertum an der Universität Hohenheim beschäftigt sich unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Andreas Kuckertz seit dem Jahr 2012 mit sämtlichen Fragen rund um unternehmerische Phänomene. Über das BMWi-geförderte „InnoGreenhouse“-Projekte werden vor allem universitäre Ausgründungen mit Nachhaltigkeitscharakter unterstützt. In der Forschung liegt der Schwerpunkt auf dem Verständnis unternehmerischer Ökosysteme, Gründerausbildung und Geschäftsmodellen für mehr Nachhaltigkeit. Das Hohenheimer Fachgebiet unternimmt regelmäßig kooperative Promotionen mit HAWen der Region, um rigorose, praxisrelevante Forschung zu realisieren.