27.05.2020 | Informatik , Pressemitteilung

Fakultät Informatik startet Programm für akademische Flüchtlinge

Verkürzte Studienzeiten für geflüchtete Akademikerinnen und Akademiker und damit eine Entlastung für Deutschlands Mangel an qualifizierten Arbeitskräften in der Informatik – das soll das neue Qualifizierungsprogramm der Fakultät Informatik an der Hochschule Reutlingen (HSRT) erreichen.

Viele der nach Deutschland Geflüchteten besitzen einen akademischen Abschluss oder studierten zum Zeitpunkt ihrer Flucht. Häufig können die im Ausland erworbenen Abschlüsse und Studienleistungen jedoch in Deutschland nicht umgehend anerkannt werden. Mit einem Fünf-Punkte-Qualifizierungsprogramm will die Fakultät Informatik geflüchtete Akademikerinnen und Akademiker mit informatik-nahen Studiengängen dabei unterstützen, sich rascher ins Arbeitsleben zu integrieren. Gefördert wird das Programm vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD).

Ziel des Qualifizierungsprogramms der Fakultät Informatik an der Hochschule Reutlingen ist es, dass geflüchtete Akademikerinnen und Akademiker durch eine verkürzte Studiendauer einen deutschen Hochschulabschluss oder ein entsprechendes Zertifikat erwerben können, um damit ihre Arbeitsmarkt- und Teilhabechancen in Deutschland zu steigern. Darüber hinaus soll mit dem Programm ein Beitrag zum weiteren Ausbau internationaler Strukturen an der Hochschule Reutlingen geleistet werden.

Das Fünf-Punkte Programm der Fakultät Informatik sieht folgendes vor:

  • Entwicklung eines individualisierten Studienprogramms, das auf vorhandene Kompetenzen der Teilnehmenden zurückgreift und fehlende Kompetenzen bedarfsgerecht vermittelt.
  • Individuelle Beratung und Betreuung bei psychosozialen Fragen sowie Aufbau eines Netzwerks, um Geflüchteten Hilfestellung zu bieten.
  • Fach- und berufsbezogene Coachingstunden (u. a. Bewerbungstraining) zur Vorbereitung auf den deutschen Arbeitsmarkt. Hierbei werden Kontakte zu Unternehmen der Region genutzt, um einen leichteren Berufseinstieg zu ermöglichen.
  • Flexible Anerkennungsverfahren und die Möglichkeit, fehlende Kompetenzen mit Hilfe digitaler Lernmaterialien zu ergänzen, um beispielswese einen Master-Abschluss in den Informatik-Studiengängen in verkürzter Studiendauer zu erreichen.
  • Aufbau eines regionalen Netzwerks sämtlicher (arbeitsmarkt-)relevanter Akteure, wie die IHK Reutlingen/Tübingen, den Branchenverband Bio-Pro Baden-Württemberg, das Job-Center Reutlingen, die Landratsämter Reutlingen und Tübingen sowie die Ferdinand-von-Steinbeis-Schule Reutlingen. Die Kommunikation innerhalb des Netzwerks soll kontinuierlich gestärkt werden.

Das Programm startet im zweiten Quartal 2020. Zum Wintersemester 2020/21 werden die ersten Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Hochschule Reutlingen immatrikuliert. Die bestehende Koordinierungsstelle für Geflüchtete an der HSRT unterstützt die Umsetzung des Programms. Die fachliche Koordination des Projekts erfolgt durch den Dekan der Fakultät Informatik, Prof. Dr. Oliver Burgert. Direkte Ansprechpartnerin für das Programm ist Melanie Bitzer.