17.05.2019 | Pressemitteilung , Angewandte Chemie

Über 100.000 Euro für ein internationales Lernlabor

Miteinander im Lernlabor BioMED neue Perspektiven erfahren

hinten von links:Kiriaki Athanasopulu (lab assistant), Zhishan Cui, Zhenhao Zhang, Irene García Jiménez, Mareike Apprich, Tim Völkerath, Marion Fros, Moritz Scherrenbacher, Prof. Dr. Ralf Kemkemer (lab leader), Claudio Sena Graf, vorn: Yu-Hsuan Peng, Melina Fischer, Nadine Platner, Elena Meier, Anja Wehrle. Foto: Hochschule Reutlingen

Susanne Raiser

„International Project Oriented Laboratory – IPOL” ist ein Projekt im Rahmen des Baden- Württemberg-STIPENDIUMs für Studierende – BWS plus, einem Programm der Baden-Württemberg Stiftung. Das Projekt wird über drei Jahre mit einer Summe von 105.000 Euro unterstützt. Ziel des Projekts ist der Ausbau des projektorientierten Lernlabors BioMED an der Fakultät Angewandte Chemie zu einem internationalen Labor, in dem internationale und deutsche Studierende gemeinsam in Teams an interdisziplinären Forschungsthemen arbeiten.

Am Pilotdurchlauf des Projekts an der Hochschule Reutlingen nehmen im Sommersemester 2019 zwei internationale Studierende teil. Sie kommen aus Spanien und Taiwan und arbeiten jeweils in einer Gruppe zusammen mit deutschen Studierenden. Irene García Jiménez von der Universitat Politècnica de València (UPV) arbeitet mit ihrem Team am Thema „A low cost breast cancer cell migration assay based on gelatin for studying the dependence of ECM stiffnesses”.

Yu-Hsuan Peng kommt von der National Ciao Tung University (NCTU). Ihr Team arbeitet am Thema „Decellularization of plant tissues/cellulosic matrix for biomedical applications” (deutsch: Dezellularisierung von Pflanzengeweben/Zellulosematrix für biomedizinische Anwendungen). Peng berichtet begeistert von ihren Erfahrungen: „Im BioMED-Labor arbeite ich mit fünf deutschen Studierenden an einem Projekt. Im ersten Treffen war ich von ihrer unglaublichen Effizienz beeindruckt, Dokumente zu durchforschen und den Projektantrag zu schreiben.“ Und weiter erzählt sie: „Eine der Studierenden, Melina, ist quasi unsere Teamleiterin, sie leitet uns an, alle Aspekte des Projekts zu diskutieren und alle bringen ihre Meinungen aus verschiedensten Blickwinkeln in einer herzlichen Atmosphäre ein. Eine solche Erfahrung habe ich nie zuvor gemacht. Ich lerne viel von ihnen darüber, wie man forscht und als Team arbeitet.“ Für Peng ist das BioMED-Labor die beste Entscheidung, die sie in Reutlingen getroffen hat und sie hofft, dass das gemeinsame Projekt zu einem positiven Ergebnis führt.

In international zusammengesetzten Gruppen zu arbeiten, ist auch eine Herausforderung für die Reutlinger Studierenden. Melina Fischer, eine Teamkollegin von Yu-Hsuan, meint: „Es ist ziemlich cool in so einem Projekt mit ausländischen Studierenden zusammenzuarbeiten, weil man auch andere Perspektiven kennenlernt.“

Laborleiter Prof. Dr. Ralf Kemkemer und seine Assistentinnen Susanne Raiser und Kiriaki Athanasopulu sind sehr glücklich über die ersten Auswirkungen dieser Idee: „Die Studierenden müssen miteinander arbeiten, wirklich interagieren und voneinander lernen. In Vorlesungen sieht man oft die internationalen Studierenden zusammensitzen, getrennt von den deutschen. Hier forschen sie gemeinsam, besprechen tägliche Forschungsangelegenheiten in Englisch. Beide Studierendengruppen profitieren von dieser Situation: Die internationalen Studierenden werden besser integriert und die deutschen Studierenden werden gut auf ein Berufsleben in einer globalisierten Welt vorbereitet.”

Über das Baden-Württemberg-STIPENDIUM

Das Baden-Württemberg-STIPENDIUM fördert den internationalen Austausch von qualifi­zier­ten Stu­dierenden und jungen Berufstätigen. Seit 2001 konnten über 20.000 junge Menschen aus Baden-Württemberg Auslandserfahrungen sammeln bzw. junge Menschen aus dem Ausland konnten einige Zeit in Baden-Württemberg verbringen. Jedes Jahr werden rund 1.500 Stipendien im Rahmen des Baden-Württem­berg-STIPENDIUMs vergeben. www.bw-stipendium.de

Das Programm Baden-Württemberg-STIPENDIUM für Studierende – BWS plus

Mit dem Programm BWS plus unterstützt die Baden-Württemberg Stiftung innovative Kooperationen von Hochschulen mit anderen internationalen Institutionen. Das mit jährlich ca. 1,2 Million Euro dotierte Programm wurde 2011 zum ersten Mal ausgeschrieben. Seitdem wurden mehr als 70 BWS plus-Projekte an baden-württembergischen Hochschulen unterstützt.

Die Baden-Württemberg Stiftung

Die Baden-Württemberg Stiftung setzt sich für ein lebendiges und lebenswertes Baden-Würt­tem­berg ein. Sie ebnet den Weg für Spitzenforschung, vielfältige Bildungsmaßnahmen und den verant­wortungsbewussten Umgang mit unseren Mitmenschen. Die Baden-Württemberg Stiftung ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige, die ausschließlich und überparteilich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert – und damit in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger. www.bwstiftung.de